Zum Inhalt springen
LektionB1Pronomen

Objektpronomen: lo, la, gli, le richtig setzen

Lo vedo, gli parlo, glielo do: der Unterschied zwischen direkten und indirekten Pronomen, wo sie stehen und wie sie verschmelzen.

12 Minuten Lesezeit

Danach kannst du

  • Direkte und indirekte Objektpronomen unterscheiden
  • Die Stellung vor und hinter dem Verb beherrschen
  • Zwei Pronomen zu glielo, me lo und te la verbinden
  • Die Angleichung des Partizips nach lo, la, li, le anwenden

Objektpronomen sind die Stelle, an der Italienisch sich am deutlichsten vom Deutschen entfernt — und an der viele Lernende auf B1 stecken bleiben. Sie stehen vor dem Verb statt dahinter, verschmelzen miteinander, und in der dritten Person entscheidet ein einziger Buchstabe darüber, ob der Satz stimmt. Wer sie beherrscht, klingt zum ersten Mal wirklich flüssig.

Warum es zwei Sorten gibt

Ein Verb kann ein Objekt direkt anschließen oder über die Präposition a. Danach richtet sich, welches Pronomen du brauchst.

  • Vedo Marco. — Ich sehe Marco. Kein a, also direkt.
  • Parlo a Marco. — Ich spreche mit Marco. Mit a, also indirekt.

Die Probe ist dieselbe wie im Deutschen: Fragst du „wen oder was?”, ist es direkt. Fragst du „wem?”, ist es indirekt. Nur stimmen die Verben nicht immer überein — dazu unten mehr.

Die direkten Pronomen

  • mi — mich · ti — dich
  • lo — ihn, es · la — sie (Einzahl)
  • ci — uns · vi — euch
  • li — sie (männlich Mehrzahl) · le — sie (weiblich Mehrzahl)

Beispiele: Conosci Anna? Sì, la conosco. — Kennst du Anna? Ja, ich kenne sie. Compri i biglietti? Sì, li compro. — Kaufst du die Karten? Ja, ich kaufe sie.

lo und la verkürzen sich vor einem Vokal oder vor h zu l’: L’ho visto — ich habe ihn gesehen. Bei li und le passiert das nie.

Eine Nebenbedeutung von lo lohnt sich zu merken: Es steht auch für einen ganzen Sachverhalt. Non lo so heißt „Ich weiß es nicht” — lo vertritt hier keinen Gegenstand, sondern die Sache an sich.

Die indirekten Pronomen

  • mi — mir · ti — dir
  • gli — ihm · le — ihr
  • ci — uns · vi — euch
  • gli — ihnen

Die gute Nachricht: In der ersten und zweiten Person sind beide Sorten identisch — mi, ti, ci, vi funktionieren immer. Unterschieden wird nur in der dritten Person.

Telefono a Marco → Gli telefono. — Ich rufe ihn an. Scrivo ad Anna → Le scrivo. — Ich schreibe ihr.

Beachte die Falle: le ist gleichzeitig direktes Pronomen für „sie, Mehrzahl weiblich” und indirektes Pronomen für „ihr, Einzahl”. Der Zusammenhang klärt das. Le vedo heißt „Ich sehe sie (die Frauen)”, Le parlo heißt „Ich spreche mit ihr”.

Für „ihnen” benutzt gesprochenes Italienisch fast durchgehend gli. Die Schriftform loro — nachgestellt: Parlo loro — gilt heute als förmlich bis veraltet.

Die Verben, bei denen Deutsche danebenliegen

Ob ein Verb direkt oder indirekt anschließt, ist von Sprache zu Sprache verschieden. Diese Fälle kosten regelmäßig Fehler:

  • telefonare a, rispondere a, chiedere a — im Italienischen indirekt, im Deutschen teils direkt: Gli telefono.
  • aiutare (helfen) — im Italienischen direkt, im Deutschen mit Dativ: La aiuto — ich helfe ihr.
  • seguire (folgen), ascoltare (zuhören), guardare (anschauen) — ebenfalls direkt: Lo ascolto — ich höre ihm zu.
  • piacere (gefallen) — immer indirekt: Mi piace — es gefällt mir.

Diese Handvoll lohnt sich auswendig, weil sie täglich vorkommt.

Wo das Pronomen steht

Grundregel: vor dem konjugierten Verb. Lo vedo, Ti scrivo, Non la conosco. Auch die Verneinung ändert daran nichts — non steht davor, das Pronomen dahinter.

Angehängt wird es in drei Fällen:

  • Infinitiv: Voglio vederlo. Das Schluss-e fällt weg.
  • Imperativ bei tu, noi, voi: Guardalo!, Chiamiamola!
  • Gerundio: Guardandolo, ho capito.

Bei Modalverben plus Infinitiv sind beide Stellungen richtig: Lo voglio vedere oder Voglio vederlo. Im Gespräch überwiegt die erste Variante.

Zwei Pronomen auf einmal

Treffen ein indirektes und ein direktes Pronomen zusammen, gilt eine feste Ordnung: zuerst das indirekte, dann das direkte. Dabei ändert sich das indirekte — das auslautende i wird zu e:

  • mi + lo = me loMe lo dai? Gibst du es mir?
  • ti + la = te laTe la mando. Ich schicke sie dir.
  • ci + li = ce li · vi + le = ve le

In der dritten Person werden gli und le beide zu glie- und mit dem folgenden Pronomen zusammengeschrieben:

  • glielo, gliela, glieli, gliele
  • Glielo dico domani. — Ich sage es ihm (oder ihr) morgen.

Dass glielo für beide Geschlechter steht, ist kein Verlust — der Zusammenhang klärt es, wie schon bei suo.

Die Angleichung des Partizips

Steht ein direktes Pronomen der dritten Person vor einem Passato prossimo mit avere, passt sich das Partizip an — entgegen der sonstigen Regel, dass es bei avere unverändert bleibt:

  • Hai visto Marco? Sì, l’ho visto.
  • Hai visto Anna? Sì, l’ho vista.
  • Hai visto i ragazzi? Sì, li ho visti.
  • Hai visto le ragazze? Sì, le ho viste.

Nach mi, ti, ci und vi ist die Angleichung freiwillig, nach indirekten Pronomen findet sie gar nicht statt: Le ho scritto — ich habe ihr geschrieben, ohne a.

Was du mitnehmen solltest

Drei Dinge tragen den Rest: Der Unterschied liegt nur in der dritten Personlo/la/li/le gegen gli/le. Das Pronomen steht vor dem konjugierten Verb, angehängt nur an Infinitiv, Imperativ und Gerundio. Und bei zwei Pronomen kommt das indirekte zuerst.

Der Rest ist Wiederholung. Diese Formen sitzen nicht durch Verstehen, sondern durch Benutzen — deshalb lohnt es sich, sie in den Übungen so lange abzurufen, bis sie ohne Nachdenken kommen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen direkten und indirekten Objektpronomen?

Direkte Pronomen (mi, ti, lo, la, ci, vi, li, le) ersetzen ein Objekt ohne Präposition — die Frage lautet „wen oder was?". Indirekte Pronomen (mi, ti, gli, le, ci, vi, gli) ersetzen ein Objekt mit a — die Frage lautet „wem?". Nur in der dritten Person unterscheiden sich die Formen: lo/la gegen gli/le.

Wo steht das Objektpronomen im italienischen Satz?

Vor dem konjugierten Verb: Lo vedo. Angehängt wird es an den Infinitiv (voglio vederlo), an den Imperativ der du-Form (guardalo) und an das Gerundio (guardandolo). Bei Modalverben sind beide Stellungen erlaubt: Lo voglio vedere oder Voglio vederlo.

Was bedeutet glielo?

Das ist die Verschmelzung von gli oder le mit lo — „es ihm" oder „es ihr". Treffen zwei Pronomen aufeinander, steht das indirekte zuerst und wird zu me, te, ce, ve oder glie: me lo, te la, glielo, glieli. Glie- wird dabei mit dem folgenden Pronomen zusammengeschrieben.

Warum heißt es Li ho visti und nicht Li ho visto?

Weil sich das Partizip nach den direkten Pronomen lo, la, li und le richtet, auch wenn das Hilfsverb avere ist. Li ho visti für männliche, Le ho viste für weibliche. Nach mi, ti, ci und vi ist die Angleichung dagegen freiwillig.

Gelesen? Dann hak sie ab — das zählt für deine Serie.

Passt dazu