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LektionA2Pronomen

che, quale, chi und quanto: italienische Fragewörter im Überblick

Fragen im Italienischen brauchen keine Umstellung — dafür entscheidet die Präposition, wo sie steht.

13 Minuten Lesezeit

Danach kannst du

  • chi, che, quale, quanto, dove, quando und come sicher einsetzen
  • Fragen ohne Verbumstellung bilden
  • Die Präposition vor das Fragewort stellen
  • perché und come mai als Warum-Fragen unterscheiden

Fragen zu stellen ist die Fähigkeit, mit der man in einer fremden Sprache am weitesten kommt. Das Italienische macht es dabei leichter als das Deutsche: Es gibt keine Verbumstellung, keine Klammer, kein tun-Hilfsverb wie im Englischen. Die Frage sieht aus wie die Aussage — nur mit einem Fragewort davor oder einer Stimme, die am Ende steigt.

Fragen ganz ohne Fragewort

Die einfachste Frage ist der unveränderte Aussagesatz mit steigender Betonung:

  • Vieni domani? — Kommst du morgen?
  • Hai già mangiato? — Hast du schon gegessen?
  • Marco è arrivato? — Ist Marco angekommen?

Man muss nichts umstellen. Für Deutschsprachige ist das ungewohnt, weil im Deutschen das Verb nach vorn wandert. Wer Vieni tu domani? sagt, wird verstanden, betont aber ohne Grund das Subjekt — als frage man, ob ausgerechnet du kommst.

Die sieben Fragewörter

  • chi — wer, wen, wem
  • che / che cosa / cosa — was
  • quale — welcher
  • quanto — wie viel
  • dove — wo, wohin
  • quando — wann
  • come — wie

Dazu perché für warum. Alle stehen am Satzanfang, der Rest bleibt in normaler Reihenfolge:

  • Chi ha chiamato? — Wer hat angerufen?
  • Dove vai? — Wo gehst du hin?
  • Quando parti? — Wann fährst du?
  • Come stai? — Wie geht es dir?
  • Cosa fai stasera? — Was machst du heute Abend?

chi bleibt chi

chi verändert sich nie. Es gibt keine Formen für Akkusativ oder Dativ wie im Deutschen wen und wem — die Rolle ergibt sich aus der Präposition:

  • Chi hai visto? — Wen hast du gesehen?
  • A chi hai scritto? — Wem hast du geschrieben?
  • Di chi è questa borsa? — Wem gehört diese Tasche?
  • Con chi parli? — Mit wem sprichst du?

Und das Verb steht nach chi immer im Singular, auch wenn mehrere gemeint sind: Chi viene stasera? — auch wenn zehn Leute kommen.

Die Präposition steht vorn

Das ist die wichtigste Strukturregel dieser Lektion. Im Italienischen wandert die Präposition mit dem Fragewort nach vorn und bleibt nie am Ende stehen:

  • Chi parli con?
  • Con chi parli?
  • Di che cosa parlate? — Worüber redet ihr?
  • A che ora arrivi? — Um wie viel Uhr kommst du?
  • Da dove vieni? — Woher kommst du?
  • Per quanto tempo resti? — Wie lange bleibst du?

Das Deutsche baut hier Zusammensetzungen — worüber, womit, wovon —, und im Alltag wird sogar getrennt: Wo redet ihr drüber? Beides gibt es im Italienischen nicht. Immer di che, con che, su cosa als Paar am Satzanfang.

quanto und seine Formen

quanto ist das einzige Fragewort, das sich anpasst — allerdings nur vor Nomen:

  • Quanto pane vuoi? — Wie viel Brot willst du?
  • Quanta acqua è rimasta? — Wie viel Wasser ist übrig?
  • Quanti anni hai? — Wie alt bist du?
  • Quante volte ci sei stato? — Wie oft warst du dort?

Steht es allein beim Verb, bleibt es unverändert: Quanto costa?, Quanto ci vuole? — Wie lange dauert es?

Quanti anni hai ist wörtlich wie viele Jahre hast du. Das Alter wird im Italienischen mit avere gehabt, nicht mit essere gewesen — sono trenta anni ist falsch, es heißt ho trent’anni.

Warum-Fragen

perché ist der Standard. Daneben gibt es come mai, das Verwunderung mitschwingen lässt:

  • Perché non sei venuto? — Warum bist du nicht gekommen?
  • Come mai sei già qui? — Wieso bist du denn schon hier?

Die Antwort beginnt in beiden Fällen mit perché — das Wort ist Frage und Begründung zugleich: Come mai sei qui? — Perché ho finito prima.

Kleine Probe

  • Mit wem sprichst du? · Wie viele Jahre bist du alt? · Woher kommst du? · Worüber redet ihr?

Die Lösungen: Con chi parli?Quanti anni hai?Da dove vieni?Di che cosa parlate?

Was du mitnehmen solltest

Italienische Fragen brauchen keine Umstellung — Fragewort vorn, Rest wie im Aussagesatz. Die Präposition gehört immer vor das Fragewort und nie ans Satzende. chi bleibt unverändert und zieht ein Verb im Singular nach sich, quanto passt sich dagegen an, sobald ein Nomen folgt.

Häufige Fragen

Muss man im Italienischen das Verb umstellen, um zu fragen?

Nein. Die Wortstellung bleibt gleich, nur die Stimme geht am Ende hoch: vieni domani ist Aussage und Frage zugleich, je nach Betonung. Mit einem Fragewort steht dieses vorn und der Rest bleibt unverändert: dove vai, quando parti.

Wo steht die Präposition in einer Frage?

Immer vor dem Fragewort, nie am Satzende. Es heißt con chi parli und di che cosa parlate, nicht chi parli con. Das ist der auffälligste Unterschied zum Englischen und auch zum umgangssprachlichen Deutsch, wo die Präposition wandern darf.

Verändert sich quanto in der Frage?

Ja, wenn es vor einem Nomen steht: quanto pane, quanta acqua, quanti libri, quante volte. Steht es allein bei einem Verb, bleibt es unverändert: quanto costa. Bei chi, che und quale gibt es dagegen keine Anpassung nach Geschlecht.

Was ist der Unterschied zwischen perché und come mai?

Beide fragen nach dem Grund. perché ist neutral, come mai drückt Verwunderung aus: come mai sei qui bedeutet ungefähr wieso bist du denn hier. Come mai steht nur in Fragen und nie als weil.

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