Italienische Verben konjugieren: -are, -ere und -ire
Drei Gruppen, die sich in genau einer Endung unterscheiden. Wie du italienische Verben im Präsens konjugierst — inklusive der -isc-Gruppe und der Betonungsfalle.
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Danach kannst du
- Verben auf -are, -ere und -ire im Präsens konjugieren
- Erkennen, warum das Personalpronomen meistens wegfällt
- Die -isc-Verben wie capire richtig bilden
- Die loro-Form korrekt betonen
Italienische Verben zu konjugieren wirkt am Anfang wie eine Tabellenschlacht. Ist es nicht. Es gibt drei Verbgruppen, sie unterscheiden sich in genau einer Endung, und die Hälfte der Formen ist bei allen dreien gleich. Wer das einmal gesehen hat, konjugiert im Präsens ohne nachzuschlagen.
Drei Endungen, drei Gruppen
Jedes italienische Verb endet im Infinitiv auf -are, -ere oder -ire. Diese Endung entscheidet, welche Personalendungen drangehängt werden. Das Verfahren ist immer dasselbe: Endung streichen, Personalendung anhängen.
Die -are-Gruppe ist mit weitem Abstand die größte — rund siebzig Prozent aller italienischen Verben gehören dazu. Wer sie beherrscht, kommt schon sehr weit.
parlare — sprechen (-are)
Stamm: parl-
- io parlo — ich spreche
- tu parli — du sprichst
- lui/lei parla — er/sie spricht
- noi parliamo — wir sprechen
- voi parlate — ihr sprecht
- loro parlano — sie sprechen
prendere — nehmen (-ere)
Stamm: prend-
- io prendo, tu prendi, lui/lei prende
- noi prendiamo, voi prendete, loro prendono
dormire — schlafen (-ire)
Stamm: dorm-
- io dormo, tu dormi, lui/lei dorme
- noi dormiamo, voi dormite, loro dormono
Der Unterschied ist winziger, als er aussieht
Vergleiche prendere und dormire Form für Form. Sie unterscheiden sich in genau einer: voi prendete gegen voi dormite. Alles andere ist identisch.
Und zwei Endungen sind in allen drei Gruppen gleich: Die io-Form endet immer auf -o, die noi-Form immer auf -iamo. Du lernst also nicht drei Muster, sondern eher anderthalb.
Das Pronomen darfst du weglassen
Weil die Endung schon verrät, wer handelt, lässt man io, tu und die anderen meistens weg. Parlo italiano. heißt „Ich spreche Italienisch“ — das io steckt schon im -o.
Gesetzt wird das Pronomen nur, wenn man betonen oder gegenüberstellen will: Io parlo italiano, lui no. — „Ich spreche Italienisch, er nicht.“ Wer das Pronomen ständig mitschleppt, klingt für italienische Ohren merkwürdig nachdrücklich.
Die -isc-Gruppe: ein Einschub, den man kennen muss
Ein Teil der -ire-Verben schiebt zwischen Stamm und Endung ein -isc- ein. Bei capire (verstehen) sieht das so aus:
- io capisco, tu capisci, lui/lei capisce
- noi capiamo, voi capite, loro capiscono
Achte auf das Muster: Der Einschub kommt in vier von sechs Formen. noi und voi bleiben normal. Diese Beobachtung gilt übrigens auch bei den meisten unregelmäßigen Verben — noi und voi sind fast immer die braven.
Zu dieser Gruppe gehören unter anderem finire (beenden), preferire (lieber mögen), pulire (putzen), spedire (versenden) und costruire (bauen). Ansehen kann man es einem Verb leider nicht — das muss man lernen.
Der Aussprachefehler, den fast alle machen
Die loro-Form wird auf dem Wortstamm betont, nicht auf der Endung: PARlano, PRENdono, DORmono. Deutschsprachige betonen hier instinktiv die vorletzte Silbe und sagen parLAno — verständlich, aber sofort als Fehler hörbar.
Dasselbe gilt für CApiscono und alle anderen loro-Formen. Es lohnt sich, diese eine Regel bewusst zu üben: Sie fällt mehr auf als drei falsche Endungen.
Wie du das übst, ohne Tabellen auswendig zu lernen
Konjugationstabellen anzuschauen bringt wenig — man erkennt die Form wieder, kann sie aber nicht abrufen. Was hilft, ist die umgekehrte Richtung: eine Person und ein Verb vorgegeben, die Form selbst produzieren.
Genau so funktioniert die Konjugationsübung zu dieser Lektion. Nach jeder Antwort steht da, warum die Form so aussieht — und falsche Antworten kommen früher wieder als richtige.
Die unregelmäßigen Verben, die du zuerst brauchst
Rund fünfzig italienische Verben weichen im Präsens von den Mustern ab — und es sind ausgerechnet die, die man am häufigsten sagt. Die Mühe lohnt sich also sofort. Diese sieben decken den Alltag ab:
- essere (sein): sono, sei, è, siamo, siete, sono
- avere (haben): ho, hai, ha, abbiamo, avete, hanno
- andare (gehen): vado, vai, va, andiamo, andate, vanno
- fare (machen): faccio, fai, fa, facciamo, fate, fanno
- potere (können): posso, puoi, può, possiamo, potete, possono
- volere (wollen): voglio, vuoi, vuole, vogliamo, volete, vogliono
- dovere (müssen): devo, devi, deve, dobbiamo, dovete, devono
Bei avere wird das h nie gesprochen: ho klingt wie „o“, hanno wie „anno“. Es steht nur da, um diese Formen von gleichklingenden Wörtern zu unterscheiden.
Ein Muster, das auch bei den Unregelmäßigen hilft
Schau dir die Listen oben noch einmal an. Bei fast allen unregelmäßigen Verben sehen die io– und die loro-Form verwandt aus: vado / vanno, faccio / fanno, posso / possono, voglio / vogliono.
Und die zweite Beobachtung von oben gilt auch hier: noi und voi bleiben regelmäßig gebildet — andiamo, andate; potete, volete; fate. Die Unregelmäßigkeit sitzt fast immer im Singular und in der dritten Person Plural.
Wer diese zwei Muster kennt, muss statt sechs Formen oft nur zwei oder drei wirklich lernen. Der Rest ergibt sich.
Die drei Verben, die einen Infinitiv nach sich ziehen
potere, volere und dovere — können, wollen, müssen — funktionieren wie im Deutschen: Man konjugiert nur sie, das zweite Verb bleibt im Infinitiv.
- Posso entrare? — Darf ich hereinkommen?
- Voglio imparare l’italiano. — Ich will Italienisch lernen.
- Devo andare. — Ich muss gehen.
Mit diesen drei Verben plus einem beliebigen Infinitiv baust du hunderte Sätze, ohne weitere Konjugationen zu lernen. Das ist die schnellste Abkürzung, die das italienische Präsens bietet.
Eine Warnung dazu: Voglio un caffè ist grammatisch richtig, klingt aber schroff. Beim Bestellen sagt man vorrei — die höfliche Form, die eigentlich zum Condizionale gehört, aber schon auf A1 dazugehört.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich ein -isc-Verb?
Leider nicht an der Form — das muss man lernen. Die häufigsten sind capire, finire, preferire, pulire, spedire und costruire. Merkhilfe: Der Einschub steht nur in vier von sechs Formen, noi und voi bleiben normal.
Warum sagt man Parlo italiano statt Io parlo italiano?
Weil die Endung -o schon sagt, dass ich gemeint bin. Das Pronomen setzt man nur zur Betonung oder Gegenüberstellung: Io parlo italiano, lui no.
Wie wird loro parlano betont?
Auf der ersten Silbe: PARlano. Das gilt für alle loro-Formen im Präsens — PRENdono, DORmono, CApiscono. Deutschsprachige betonen instinktiv falsch, und dieser Fehler fällt besonders auf.
Wie viele italienische Verben sind unregelmäßig?
Rund fünfzig Verben weichen im Präsens deutlich ab, aber es sind ausgerechnet die häufigsten: essere, avere, andare, fare, potere, volere, dovere. Alle anderen folgen den drei Mustern.
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