Pronomi combinati: glielo, me lo und te la
Te lo dico, glielo do: Wenn zwei Pronomen zusammentreffen, ändert das erste seinen Vokal — und bei gli verschmelzen beide zu einem Wort.
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Danach kannst du
- Die Reihenfolge indirekt vor direkt beherrschen
- Den Vokalwechsel von mi zu me und ti zu te anwenden
- Die Sonderform glielo für alle Fälle mit gli und le bilden
- Die Angleichung des Partizips bei vorangestelltem Pronomen erkennen
„Ich gebe es dir.” Vier Wörter im Deutschen, zwei im Italienischen: te lo do. Diese Verdichtung ist einer der Momente, in denen das Italienische wirklich anders funktioniert — und sie ist der letzte große Brocken im Pronomensystem.
Die Ausgangslage
Du kennst beide Reihen einzeln. Die direkten Objektpronomen antworten auf „wen oder was”:
- mi, ti, lo, la, ci, vi, li, le
Die indirekten antworten auf „wem”:
- mi, ti, gli, le, ci, vi, gli
Solange nur eines im Satz steht, ist alles einfach. Lo vedo — ich sehe ihn. Gli parlo — ich spreche mit ihm. Interessant wird es, wenn beide zusammenkommen.
Erste Regel: die Reihenfolge
Erst das indirekte, dann das direkte. Das Deutsche macht es genau andersherum:
- Deutsch: Ich gebe es (direkt) dir (indirekt).
- Italienisch: Te (indirekt) lo (direkt) do.
Wer die deutsche Reihenfolge überträgt, sagt „lo ti do” — das gibt es nicht. Der Merksatz: Die Person kommt vor der Sache.
Zweite Regel: der Vokalwechsel
Vor einem zweiten Pronomen wird aus dem i ein e:
- mi → me: me lo, me la, me li, me le
- ti → te: te lo, te la, te li, te le
- ci → ce: ce lo, ce la, ce li, ce le
- vi → ve: ve lo, ve la, ve li, ve le
Der Grund ist bequeme Aussprache — zwei i hintereinander wären mühsam. Beispiele:
- Me lo dai? — Gibst du es mir?
- Te la mando domani. — Ich schicke sie dir morgen.
- Ce li portano loro. — Sie bringen sie uns.
- Ve lo spiego subito. — Ich erkläre es euch sofort.
Dritte Regel: glielo
Bei der dritten Person wird es besonders. Gli (ihm) und le (ihr) verschmelzen mit dem direkten Pronomen zu einem Wort:
- gli/le + lo = glielo
- gli/le + la = gliela
- gli/le + li = glieli
- gli/le + le = gliele
- gli/le + ne = gliene
Bemerkenswert: Die Form ist für Mann und Frau gleich. Glielo do kann ich gebe es ihm oder ich gebe es ihr heißen — der Zusammenhang muss es klären. Wenn nicht, hängt man es an: lo do a lei.
- Glielo dico domani. — Ich sage es ihm morgen.
- Gliel’ho già detto. — Ich habe es ihm schon gesagt.
- Gliene parlo io. — Ich spreche mit ihm darüber.
Vor ho und avevo wird glielo zu gliel’ verkürzt.
Die vollständige Tafel
Sechs Zeilen decken das ganze System ab. Die Spalten sind die direkten Pronomen:
- mi → me lo · me la · me li · me le · me ne
- ti → te lo · te la · te li · te le · te ne
- gli/le → glielo · gliela · glieli · gliele · gliene
- ci → ce lo · ce la · ce li · ce le · ce ne
- vi → ve lo · ve la · ve li · ve le · ve ne
- gli (Mehrzahl) → glielo · gliela · glieli · gliele · gliene
Nur die dritte Zeile schreibt sich zusammen. Alle anderen bleiben zwei Wörter.
Wo sie im Satz stehen
Vor dem konjugierten Verb — der Normalfall:
- Me lo dai domani.
- Non te lo posso dire.
Hinten am Infinitiv, in einem Wort, wobei das Infinitiv-e wegfällt:
- Voglio dartelo. — Ich will es dir geben.
- È difficile spiegarglielo. — Es ist schwer, es ihm zu erklären.
Bei Modalverben hast du die Wahl — beides ist gleich richtig:
- Te lo voglio dare. = Voglio dartelo.
Hinten am Imperativ (du, wir, ihr):
- Dammelo! — Gib es mir!
- Diglielo! — Sag es ihm!
- Portatecelo! — Bringt es uns!
Bei den kurzen Imperativformen da’, di’, fa’, va’, sta’ verdoppelt sich der erste Mitlaut des Pronomens: dammelo, dimmelo, fammelo. Die Ausnahme ist gli, das nie verdoppelt: diglielo, nicht „digglielo”.
In der Lei-Form stehen sie dagegen davor: me lo dia, geben Sie es mir.
Das Partizip passt sich an
Steht ein direktes Pronomen vor dem Verb, richtet sich das Partizip danach — auch in der kombinierten Form:
- Me l’ha dato. — Er hat es mir gegeben. (ein männliches Ding)
- Me l’ha data. — Er hat sie mir gegeben.
- Me li ha dati. — Er hat sie mir gegeben. (Mehrzahl männlich)
- Me le ha date. — Mehrzahl weiblich.
Bei lo und la wird vor ha apostrophiert, bei li und le nicht.
Der häufigste Fehler
Neben der falschen Reihenfolge ist es der vergessene Vokalwechsel:
- Falsch: „Mi lo dai?”
- Richtig: Me lo dai?
Und bei der dritten Person die Trennung:
- Falsch: „Gli lo dico.”
- Richtig: Glielo dico.
Kleine Probe
- Ich schicke es dir morgen. · Sie hat es uns nicht gesagt. · Sag es ihr! · Ich will es ihnen erklären.
Die Lösungen: Te lo mando domani. — Non ce l’ha detto. — Diglielo! — Voglio spiegarglielo oder glielo voglio spiegare.
Was du mitnehmen solltest
Drei Regeln tragen alles: Die Person kommt vor der Sache. Vor einem zweiten Pronomen wird aus i ein e. Und gli oder le plus direktes Pronomen ergibt ein einziges Wort auf glie-. Der Rest ist Übung — und das Ohr gewöhnt sich schneller daran, als der Kopf vermutet, weil diese Formen im Gespräch ständig fallen.
Häufige Fragen
In welcher Reihenfolge stehen zwei Pronomen?
Erst das indirekte, dann das direkte — im Deutschen ist es umgekehrt. Me lo dai heißt du gibst es mir: me steht für mir, lo für es. Wer die deutsche Reihenfolge übernimmt, sagt lo mi und wird nicht verstanden.
Warum wird aus mi ein me?
Vor einem zweiten Pronomen wechseln mi, ti, ci und vi ihr i zu einem e: mi lo wird me lo, ti la wird te la, ci ne wird ce ne. Das ist reine Aussprache — zwei i hintereinander wären unbequem.
Was ist glielo?
Die Verschmelzung von gli oder le mit einem direkten Pronomen, in einem Wort geschrieben: glielo, gliela, glieli, gliele, gliene. Bemerkenswert ist, dass sie für ihm und für ihr gleich lautet — der Zusammenhang muss klären, wer gemeint ist.
Wo stehen die Pronomen beim Infinitiv?
Hinten angehängt, in einem Wort: voglio dartelo, ich will es dir geben. Bei Modalverben hat man die Wahl: te lo voglio dare ist genauso richtig. Beim Imperativ hängen sie ebenfalls an: dammelo, gib es mir.
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