c’è und ci sono: es gibt auf Italienisch
Wann c'è, wann ci sono, und warum es nicht dasselbe ist wie essere. Mit Verneinung, Frage und Vergangenheit.
≈ 10 Minuten Lesezeit
Danach kannst du
- c'è und ci sono richtig unterscheiden
- Die Verneinung und die Frageform bilden
- Die Vergangenheitsformen c'era und c'erano verwenden
- Den Unterschied zu è und sono erkennen
„Es gibt” heißt auf Italienisch c’è oder ci sono — und anders als im Deutschen muss man sich zwischen beiden entscheiden.
Die Grundregel
- c’è + Einzahl
- ci sono + Mehrzahl
- C’è un problema. — Es gibt ein Problem.
- Ci sono due problemi. — Es gibt zwei Probleme.
- C’è una farmacia qui vicino? — Gibt es hier in der Nähe eine Apotheke?
- Ci sono molti turisti oggi. — Heute sind viele Touristen da.
Das deutsche „es gibt” bleibt immer gleich, egal ob eines oder zehn. Genau das ist die Falle: Man sagt leicht c’è due problemi. Die Form richtet sich nach dem, was folgt, nicht nach dem Sprecher.
Woraus c’è besteht
c’è ist ci + è. Das ci bedeutet hier „da, an diesem Ort” — es ist dasselbe ci wie in ci vado (ich gehe hin). Vor è wird es zu c’ verkürzt, vor sono nicht: ci sono, nie c’sono.
Der Unterschied zu è und sono
Das ist der zweite Stolperstein. Beide Formen kommen von essere, aber sie tun Verschiedenes:
- C’è un ristorante in piazza. — Es gibt ein Restaurant am Platz. (Existenz)
- Il ristorante è in piazza. — Das Restaurant ist am Platz. (Ort eines bekannten Dings)
- Il ristorante è buono. — Das Restaurant ist gut. (Eigenschaft)
Die Faustregel: Wenn Sie etwas einführen, das der andere noch nicht kennt, nehmen Sie c’è. Wenn Sie über etwas Bekanntes sprechen, nehmen Sie è. Deshalb steht nach c’è fast immer ein unbestimmter Artikel oder gar keiner.
Verneinung
non kommt davor:
- Non c’è problema. — Kein Problem.
- Non ci sono posti liberi. — Es gibt keine freien Plätze.
- Non c’è nessuno. — Es ist niemand da.
- Non c’è niente da fare. — Da ist nichts zu machen.
Die doppelte Verneinung — non … nessuno, non … niente — ist im Italienischen richtig und keine Nachlässigkeit.
Fragen
Die Wortstellung bleibt gleich, nur die Stimme geht hoch:
- C’è il wifi?
- Ci sono ancora biglietti?
- Quante persone ci sono? — Wie viele Leute sind da?
- Che cosa c’è? — Was ist los?
Che c’è? ist eine der häufigsten Alltagsfragen überhaupt: Was ist denn? Was hast du?
In der Vergangenheit
Meist im Imperfetto, weil es um einen Zustand geht:
- C’era molta gente. — Es waren viele Leute da.
- C’erano tre negozi in questa via. — Es gab drei Läden in dieser Straße.
- Non c’era nessuno.
Im Passato prossimo, wenn es um ein abgeschlossenes Ereignis geht — mit essere und angeglichenem Partizip:
- C’è stato un incidente. — Es hat einen Unfall gegeben.
- Ci sono stati problemi.
- C’è stata una riunione. — weiblich, deshalb stata
Und im Futur: ci sarà, ci saranno.
- Domani ci sarà lo sciopero.
- Ci saranno molte persone.
Feste Wendungen
- Non c’è di che. — Keine Ursache. (Antwort auf Danke)
- Non c’è problema. — Kein Problem.
- C’è da fare. — Es gibt zu tun.
- Ci siamo! — Jetzt geht’s los! / Wir sind da!
- Non ci siamo. — Das passt so nicht.
Die letzten beiden sind idiomatisch: ci siamo heißt wörtlich „wir sind da”, steht aber für „es ist so weit”. Non ci siamo ist die milde Kritik an einem Ergebnis, das noch nicht stimmt.
Kleine Probe
- Gibt es hier ein Restaurant? · Es gibt keine freien Plätze. · Es waren viele Leute da. · Morgen gibt es einen Streik.
Die Lösungen: C’è un ristorante qui? — Non ci sono posti liberi. — C’era molta gente. — Domani ci sarà uno sciopero.
Was du mitnehmen solltest
c’è vor Einzahl, ci sono vor Mehrzahl — die Form richtet sich nach dem, was folgt. c’è führt etwas Neues ein, è beschreibt etwas Bekanntes. In der Vergangenheit meist c’era und c’erano.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen c'è und ci sono?
c'è steht vor Einzahl, ci sono vor Mehrzahl: c'è un problema, ci sono due problemi. Anders als das deutsche „es gibt", das sich nie ändert, richtet sich die italienische Form nach dem, was folgt.
Was ist der Unterschied zu è und sono?
c'è sagt, dass etwas existiert oder vorhanden ist; è beschreibt, wie etwas ist. C'è un ristorante heißt es gibt ein Restaurant, il ristorante è buono heißt das Restaurant ist gut.
Wie verneint man?
Mit non davor: non c'è, non ci sono. Häufig kommt eine zweite Verneinung dazu: non c'è nessuno (es ist niemand da), non c'è niente (es gibt nichts). Die doppelte Verneinung ist im Italienischen korrekt.
Wie lauten die Vergangenheitsformen?
Im Imperfetto c'era und c'erano, im Passato prossimo c'è stato und ci sono stati. Das Imperfetto ist mit Abstand häufiger, weil es meist um einen Zustand geht.
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