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LektionA2Verben

Reflexive Verben im Italienischen: mi, ti, si richtig setzen

alzarsi, lavarsi, divertirsi: wie reflexive Verben gebildet werden, wo das Pronomen steht und warum sie im Passato prossimo immer essere nehmen.

9 Minuten Lesezeit

Danach kannst du

  • Reflexive Verben im Präsens konjugieren
  • Das Reflexivpronomen richtig platzieren
  • Reflexive Verben im Passato prossimo mit essere bilden
  • Verben erkennen, die nur im Italienischen reflexiv sind

Reflexive Verben beschreiben, was jemand mit sich selbst tut: sich waschen, sich anziehen, sich setzen. Das Italienische kennt dieselbe Idee wie das Deutsche — nur ist die Gruppe deutlich größer, und einige der häufigsten Verben der Sprache gehören dazu, ohne dass man es ihnen im Deutschen ansieht.

Woran man sie erkennt

Im Infinitiv endet ein reflexives Verb auf -si: alzarsi (aufstehen), lavarsi (sich waschen), vestirsi (sich anziehen). Das -si ist das Reflexivpronomen, an den Infinitiv gehängt — aus alzare plus si wird alzarsi, das Schluss-e fällt weg.

Die Konjugation: Pronomen davor, Verb wie immer

Das Verb selbst wird konjugiert wie jedes andere. Neu ist nur das Pronomen, das davorsteht:

  • io mi alzo — ich stehe auf
  • tu ti alzi — du stehst auf
  • lui/lei si alza — er/sie steht auf
  • noi ci alziamo — wir stehen auf
  • voi vi alzate — ihr steht auf
  • loro si alzano — sie stehen auf

Die sechs Pronomen — mi, ti, si, ci, vi, si — sind dieselben für alle reflexiven Verben. Man lernt sie einmal.

Anders als im Deutschen steht das Pronomen vor dem Verb, nicht danach: Mi lavo, nicht „lavo mi”. Das ist die eine Stellungsregel, die man sich einprägen muss.

Der Morgen als Übungsfeld

Der Tagesbeginn besteht fast nur aus reflexiven Verben — und ist deshalb das beste Übungsfeld:

  • Mi sveglio alle sette. — Ich wache um sieben auf.
  • Mi alzo subito. — Ich stehe sofort auf.
  • Mi lavo e mi vesto. — Ich wasche mich und ziehe mich an.
  • Mi preparo un caffè. — Ich mache mir einen Kaffee.

Wer diese vier Sätze morgens beim Aufstehen einmal denkt, hat die Form nach einer Woche verinnerlicht.

Reflexiv im Italienischen, nicht im Deutschen

Hier liegt der eigentliche Lernstoff. Eine Reihe sehr häufiger Verben ist im Italienischen reflexiv, im Deutschen aber nicht — und genau bei denen fehlt Deutschsprachigen das Pronomen:

  • chiamarsi — heißen: Mi chiamo Anna. (wörtlich: Ich nenne mich Anna)
  • sentirsi — sich fühlen: Come ti senti?
  • ricordarsi — sich erinnern: Non mi ricordo.
  • dimenticarsi — vergessen: Mi sono dimenticato.
  • sposarsi — heiraten: Si sposano a giugno.
  • addormentarsi — einschlafen: Mi addormento subito.
  • arrabbiarsi — wütend werden: Non ti arrabbiare!
  • fermarsi — anhalten, stehen bleiben: Il treno si ferma a Bologna.
  • trovarsi — sich befinden: Dove si trova la stazione?

Chiamarsi ist das erste Verb, das jeder lernt — und viele merken erst später, dass es reflexiv ist. Wer Mi chiamo sagen kann, kann das Muster schon.

Bei zwei Verben: zwei mögliche Stellen

Folgt ein reflexives Verb auf potere, volere oder dovere, gibt es zwei richtige Stellungen für das Pronomen:

  • Mi devo alzare. — vor dem konjugierten Verb
  • Devo alzarmi. — angehängt an den Infinitiv

Beide bedeuten „Ich muss aufstehen”, beide sind korrekt. Im Gespräch ist die erste Variante etwas häufiger, in der Schrift die zweite. Beim Anhängen fällt das -e des Infinitivs weg: alzare plus mi wird alzarmi.

Im Passato prossimo: immer essere

Alle reflexiven Verben bilden das Passato prossimo mit essere — ohne Ausnahme. Und weil es essere ist, passt sich das Partizip an:

  • Mi sono alzato alle sei. — sagt ein Mann
  • Mi sono alzata alle sei. — sagt eine Frau
  • Ci siamo divertiti molto. — Wir haben uns sehr amüsiert.
  • Si sono sposati l’anno scorso. — Sie haben letztes Jahr geheiratet.

Das ist auch eine bequeme Merkhilfe für die essere/avere-Frage: Hat das Verb ein Reflexivpronomen, ist die Antwort schon gefallen.

Gegenseitig: einander

Im Plural können dieselben Formen „einander” bedeuten:

  • Ci vediamo domani. — Wir sehen uns morgen.
  • Si conoscono da anni. — Sie kennen einander seit Jahren.
  • Ci sentiamo! — Wir hören voneinander! (typischer Abschiedsgruß)

Ob „sich selbst” oder „einander” gemeint ist, klärt der Zusammenhang. Ci vediamo ist außerdem eine der häufigsten Abschiedsformeln — wer es sagt, klingt vertraut, ohne ein Wort mehr zu brauchen.

Reflexiv mit Körperteilen

Eine Feinheit, die Deutschsprachige oft übersehen: Bei Körperteilen steht kein Possessivbegleiter, sondern der bestimmte Artikel — das Reflexivpronomen sagt schon, wessen Hände gemeint sind:

  • Mi lavo le mani. — Ich wasche mir die Hände. (nicht „le mie mani”)
  • Si è rotto il braccio. — Er hat sich den Arm gebrochen.
  • Ti sei tagliato i capelli? — Hast du dir die Haare schneiden lassen?

Das entspricht dem Deutschen genau, wird aber häufig falsch gemacht, weil man aus dem Englischen die Form mit „my hands” im Kopf hat.

Häufige Fragen

Woran erkennt man ein reflexives Verb im Italienischen?

Am Infinitiv: Er endet auf -si statt auf -re. alzarsi, lavarsi, vestirsi. Das -si ist das angehängte Reflexivpronomen. Konjugiert wird das Verb wie gewohnt, nur mit dem passenden Pronomen davor: mi alzo, ti alzi, si alza.

Welches Hilfsverb nehmen reflexive Verben im Passato prossimo?

Immer essere, ohne Ausnahme. Und weil es essere ist, passt sich das Partizip an: Mi sono alzato sagt ein Mann, Mi sono alzata eine Frau. Ci siamo divertiti für eine gemischte Gruppe.

Wo steht das Reflexivpronomen bei zwei Verben?

Entweder vor dem konjugierten Verb oder angehängt an den Infinitiv — beides ist richtig: Mi devo alzare oder Devo alzarmi. Beim Anhängen fällt das -e des Infinitivs weg.

Welche italienischen Verben sind reflexiv, obwohl sie es im Deutschen nicht sind?

Einige häufige: chiamarsi (heißen), sentirsi (sich fühlen), ricordarsi (sich erinnern), dimenticarsi (vergessen), sposarsi (heiraten), addormentarsi (einschlafen), arrabbiarsi (wütend werden). Mi chiamo Marco heißt wörtlich Ich nenne mich Marco.

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