far fare: etwas machen lassen auf Italienisch
Mi sono fatto tagliare i capelli: Wie man ausdrückt, dass jemand anderes etwas tut — und warum das Italienische dafür nur ein einziges Verb braucht.
≈ 11 Minuten Lesezeit
Danach kannst du
- Die Konstruktion fare plus Infinitiv bilden
- Erkennen, wer die Handlung ausführt und wie er angeschlossen wird
- Die reflexive Form farsi fare für eigene Anliegen einsetzen
- Lasciare als verwandte Konstruktion unterscheiden
„Ich lasse das Auto reparieren.” Das Deutsche braucht dafür ein Hilfsverb, das sonst nichts damit zu tun hat. Das Italienische nimmt fare und einen Infinitiv: faccio riparare la macchina. Diese Konstruktion ist so gebräuchlich, dass man sie im Alltag ständig hört — und ohne sie umständlich klingt.
Die Grundform
Fare wird konjugiert, das zweite Verb bleibt im Infinitiv:
- Faccio riparare la macchina. — Ich lasse das Auto reparieren.
- Ha fatto costruire una casa. — Er hat ein Haus bauen lassen.
- Facciamo entrare i bambini. — Wir lassen die Kinder herein.
- Mi fai ridere. — Du bringst mich zum Lachen.
Das letzte Beispiel zeigt die zweite Bedeutung: fare plus Infinitiv heißt auch „veranlassen, dass” — mi fa piangere, es bringt mich zum Weinen.
Die beiden Verben bleiben zusammen
Eine wichtige Regel: Zwischen fare und den Infinitiv passt nichts. Objekte stehen dahinter:
- Richtig: Faccio riparare la macchina.
- Falsch: „Faccio la macchina riparare.”
Das ist der Unterschied zum Deutschen, wo das Objekt dazwischenrutscht.
Wer tut es? Der Anschluss mit a
Wenn beides genannt wird — was gemacht wird und wer es macht —, bekommt der Ausführende ein a:
- Faccio riparare la macchina al meccanico. — Ich lasse den Mechaniker das Auto reparieren.
- Ho fatto leggere la lettera a Marco. — Ich habe Marco den Brief lesen lassen.
Steht dagegen nur der Ausführende im Satz, wird er direkt angeschlossen:
- Faccio lavorare Marco. — Ich lasse Marco arbeiten.
- Fai entrare il cane. — Lass den Hund herein.
Die Regel dahinter ist einfach: Es kann nur ein direktes Objekt geben. Ist der Platz schon besetzt, weicht der Ausführende auf a aus.
Wenn Verwechslungsgefahr besteht, nimmt man da statt a: ho fatto scrivere una lettera da Marco a sua madre — sonst wüsste man nicht, wer schreibt und wer sie bekommt.
Mit Pronomen
Die Pronomen stehen vor dem konjugierten fare, nicht vor dem Infinitiv:
- La faccio riparare. — Ich lasse es reparieren.
- Gliela faccio riparare. — Ich lasse sie ihm reparieren.
- Li ho fatti entrare. — Ich habe sie hereingelassen.
Beachte im letzten Satz die Angleichung: li ho fatti, weil ein direktes Pronomen vorangeht. Das Partizip von fare gleicht sich an, der Infinitiv bleibt unverändert.
Beim Imperativ hängen die Pronomen an: fallo entrare! — lass ihn herein!
farsi fare: für sich selbst
Die reflexive Form drückt aus, dass die Handlung einem selbst gilt. Sie ist im Alltag noch häufiger als die einfache:
- Mi faccio tagliare i capelli. — Ich lasse mir die Haare schneiden.
- Si è fatto operare. — Er hat sich operieren lassen.
- Mi sono fatta fare un vestito. — Ich habe mir ein Kleid machen lassen.
- Fatti aiutare! — Lass dir helfen!
Im Passato prossimo steht dann essere, weil die Form reflexiv ist — und das Partizip passt sich dem Subjekt an: mi sono fatto für einen Mann, mi sono fatta für eine Frau.
Farsi fare mit zweimal fare ist keine Verdopplung, sondern korrekt: das erste veranlasst, das zweite ist die Handlung.
lasciare: erlauben statt veranlassen
Derselbe Satzbau, andere Bedeutung. Fare stößt an, lasciare lässt gewähren:
- Faccio entrare i bambini. — Ich hole die Kinder herein.
- Lascio entrare i bambini. — Ich gestatte ihnen hereinzukommen.
- Lasciami parlare! — Lass mich reden!
- Non mi ha lasciato finire. — Er hat mich nicht ausreden lassen.
Bei lasciare ist die Wortstellung freier: lascio i bambini entrare ist ebenfalls möglich, bei fare dagegen nicht.
Und die Wendung lascia stare gehört ebenfalls hierher: lass es gut sein, kümmere dich nicht darum.
Die Wahrnehmungsverben
Dieselbe Konstruktion gilt für Sehen und Hören:
- Ho visto passare Marco. — Ich habe Marco vorbeigehen sehen.
- Sento cantare qualcuno. — Ich höre jemanden singen.
- L’ho sentito arrivare. — Ich habe ihn kommen hören.
Alternativ steht hier auch ein Relativsatz — ho visto Marco che passava —, der im Gespräch sogar häufiger ist.
Feste Wendungen mit far
- far vedere — zeigen: fammi vedere! zeig mal!
- far sapere — Bescheid geben: fammi sapere
- far capire — zu verstehen geben
- far male — wehtun: mi fa male la testa
- far ridere — zum Lachen bringen
- farsi capire — sich verständlich machen: riesco a farmi capire
Fammi vedere und fammi sapere gehören zu den meistgesagten Sätzen im italienischen Alltag. Sie lohnen sich als fertige Bausteine, noch bevor man die Konstruktion versteht.
Kleine Probe
- Ich lasse mir die Haare schneiden. · Sie hat ein Haus bauen lassen. · Lass mich ausreden. · Zeig mal!
Die Lösungen: Mi faccio tagliare i capelli. — Ha fatto costruire una casa. — Lasciami finire. — Fammi vedere!
Was du mitnehmen solltest
Fare plus Infinitiv heißt „machen lassen”, und die beiden Verben bleiben zusammen — Objekte kommen dahinter. Wer die Handlung ausführt, bekommt a, sobald schon ein Objekt da ist. Für Dinge, die einem selbst geschehen, steht farsi fare mit essere in der Vergangenheit. Und lasciare baut genauso, meint aber Erlauben statt Veranlassen.
Häufige Fragen
Was heißt far fare?
Etwas machen lassen. Fare plus Infinitiv drückt aus, dass nicht der Sprecher handelt, sondern jemand anderes: faccio riparare la macchina heißt ich lasse das Auto reparieren, nicht ich repariere es.
Wie schließt man den an, der es tut?
Ohne weiteres Objekt mit a: faccio riparare la macchina al meccanico. Steht kein zweites Objekt im Satz, kann er direkt angeschlossen werden: faccio lavorare Marco. Die Präposition da ist ebenfalls möglich und im Passiv üblich.
Was ist der Unterschied zwischen fare und lasciare?
Fare veranlasst, lasciare erlaubt. Faccio entrare i bambini heißt ich lasse die Kinder hereinkommen im Sinne von hole sie herein; lascio entrare i bambini heißt ich gestatte es ihnen. Der Satzbau ist bei beiden gleich.
Warum heißt es mi faccio tagliare i capelli?
Weil die Handlung an einem selbst geschieht. Die reflexive Form farsi fare bedeutet, dass man etwas für sich machen lässt: mi faccio tagliare i capelli, ich lasse mir die Haare schneiden. Im Passato prossimo steht dann essere: mi sono fatto tagliare i capelli.
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