Zum Inhalt springen
LektionA2Satzbau

anche, neanche, nemmeno: auch und auch nicht

Anch io, neanche io: Wie man zustimmt und wie man mitverneint, warum neanche ein zweites non verlangt — und wann es doch wegfällt.

9 Minuten Lesezeit

Danach kannst du

  • Anche richtig im Satz platzieren
  • Zwischen neanche, nemmeno und neppure wählen
  • Die Regel zur doppelten Verneinung anwenden
  • Kurz zustimmen und widersprechen

„Ich auch.” Zwei Wörter, die man in jedem Gespräch braucht — und im Italienischen entscheidet ihre Stellung darüber, was genau man meint. Dazu kommt der verneinte Fall, der eine eigene Regel mitbringt.

anche: die Stellung entscheidet

Anders als das deutsche „auch” steht anche direkt vor dem Wort, auf das es sich bezieht:

  • Anche io vengo alla festa. — Auch ich komme. (nicht nur die anderen)
  • Io vengo anche alla festa. — Ich komme auch zur Party. (zusätzlich zu anderem)
  • Ho comprato anche il pane. — Ich habe auch Brot gekauft.
  • Anche Marco parla tedesco. — Auch Marco spricht Deutsch.

Im Deutschen trägt die Betonung diese Unterschiede, im Italienischen die Wortstellung. Wer anche ans Satzende hängt, wird zwar verstanden, sagt aber etwas Unschärferes.

Vor io verkürzt man häufig: anch’io. Das ist die geläufigste Form überhaupt — und ganz für sich allein eine vollständige Antwort:

  • Vado al mare.Anch’io!

Die Verwandten von anche

  • pure — auch, umgangssprachlicher: vieni pure! komm nur!
  • perfino / persino — sogar: è venuto perfino il direttore
  • addirittura — sogar, geradezu: ha addirittura pianto
  • inoltre — außerdem, in geschriebenen Texten

Pure hat eine zweite Rolle, die man kennen sollte: Nach einem Imperativ heißt es „ruhig”. Si accomodi pure — nehmen Sie ruhig Platz. Dimmi pure — sag ruhig.

neanche: auch nicht

Drei Wörter bedeuten genau dasselbe, und man kann sie austauschen:

  • neanche — im Gespräch am häufigsten
  • nemmeno — genauso gebräuchlich
  • neppure — etwas gehobener, öfter geschrieben

Beispiele:

  • Neanche io lo sapevo. — Auch ich wusste es nicht.
  • Non è venuto nemmeno Marco. — Nicht einmal Marco ist gekommen.
  • Non ho neppure un euro. — Ich habe nicht einmal einen Euro.

Beachte die zweite Bedeutung: neanche heißt auch „nicht einmal”. Ob „auch nicht” oder „nicht einmal” gemeint ist, entscheidet der Zusammenhang.

Die Regel mit dem zweiten non

Das ist der grammatische Kern. Ob ein non dazugehört, hängt allein von der Stellung ab:

  • Vor dem Verb: kein nonNeanche Marco viene.
  • Nach dem Verb: non ist Pflicht — Non viene neanche Marco.

Beide Sätze bedeuten dasselbe. Diese Regel gilt nicht nur für neanche, sondern für die ganze Familie der verneinenden Wörter:

  • Non ho mai visto niente. — Ich habe nie etwas gesehen.
  • Nessuno è venuto. — Niemand ist gekommen. (davor, kein non)
  • Non è venuto nessuno. — dasselbe, mit non

Die doppelte Verneinung ist im Italienischen also kein Fehler, sondern Vorschrift. Was im Deutschen falsch wäre — „ich habe nicht niemanden gesehen” —, ist hier die einzig richtige Form.

Kurz zustimmen und widersprechen

Diese vier Antworten decken fast jedes Gespräch ab:

  • Mi piace.Anche a me. (Mir auch.)
  • Non mi piace.Neanche a me. (Mir auch nicht.)
  • Mi piace.A me no. (Mir nicht.)
  • Non mi piace.A me sì. (Mir schon.)

Achte auf die Präposition. Bei piacere und den verwandten Verben steht a me, nicht io — weil die Person hier das indirekte Objekt ist. Bei normalen Verben dagegen:

  • Vado a Roma.Anch’io.
  • Non ci vado.Neanch’io.

Also anche a me nach mi piace, aber anch’io nach vado. Das ist die häufigste Verwechslung in diesem ganzen Bereich.

Die ganze Familie der verneinenden Wörter

Weil dieselbe Stellungsregel für alle gilt, lohnt sich die Übersicht:

  • non … mai — nie: non ci vado mai
  • non … niente / nulla — nichts: non ho detto niente
  • non … nessuno — niemand: non conosco nessuno
  • non … più — nicht mehr: non abito più qui
  • non … ancora — noch nicht: non è ancora arrivato
  • non … né … né — weder noch: non bevo né vino né birra

Alle sechs folgen derselben Regel: Steht das verneinende Wort vor dem Verb, fällt non weg. Nessuno lo sa — niemand weiß es. Mai più! — nie wieder!

Eine Ausnahme betrifft né … né: Auch vorangestellt bleibt es ohne non, aber das Verb kann dann in der Mehrzahl stehen — né Marco né Anna sono venuti.

Der Sonderfall: die Reihenfolge in zusammengesetzten Zeiten

Im Passato prossimo stellt sich die Frage, wo das verneinende Wort steht. Kurze Wörter rutschen zwischen Hilfsverb und Partizip, lange bleiben dahinter:

  • Non ho mai visto. — dazwischen
  • Non ho più visto. — dazwischen
  • Non ho visto nessuno. — dahinter
  • Non ho visto niente. — dahinter
  • Non ho visto neanche lui. — dahinter

Die Faustregel: mai, più und ancora gehen nach vorn, alles Übrige bleibt hinten. Wer sie vertauscht, wird verstanden, klingt aber ungelenk.

Nützliche Wendungen

  • neanche per sogno — nicht im Traum, kommt nicht in Frage
  • neanche a farlo apposta — wie es der Zufall will
  • non solo … ma anche … — nicht nur … sondern auch …
  • anche se — auch wenn, obwohl: vengo anche se piove

Anche se verdient einen Hinweis: Es steht mit dem Indikativ, nicht mit dem Congiuntivo — anders als benché und sebbene, die dasselbe bedeuten und den Congiuntivo verlangen. Wer unsicher ist, nimmt anche se und liegt richtig.

Kleine Probe

  • Auch ich komme. · Mir gefällt es auch nicht. · Nicht einmal Anna war da. · Ich komme, auch wenn es regnet.

Die Lösungen: Anch’io vengo.Neanche a me piace. (mit a me!) — Non c’era neanche Anna oder Neanche Anna c’era. — Vengo anche se piove.

Was du mitnehmen solltest

Anche steht vor dem Wort, das es meint. Neanche, nemmeno und neppure sind dasselbe und heißen sowohl „auch nicht” als auch „nicht einmal”. Und die eine Regel, die man üben muss: Vor dem Verb ohne non, nach dem Verb mit. Sie gilt für alle verneinenden Wörter des Italienischen.

Häufige Fragen

Wo steht anche im Satz?

Direkt vor dem Wort, auf das es sich bezieht — nicht am Satzanfang wie das deutsche auch. Anche io vengo heißt ich komme auch, vengo anche io betont dasselbe. Steht anche an anderer Stelle, verschiebt sich der Sinn.

Was ist der Unterschied zwischen neanche, nemmeno und neppure?

Keiner. Alle drei heißen auch nicht und sind austauschbar. Neanche ist im Gespräch am häufigsten, neppure klingt gehobener und steht öfter in geschriebenen Texten.

Braucht neanche ein zweites non?

Nur wenn es nach dem Verb steht: non viene neanche Marco. Steht es davor, fällt das non weg: neanche Marco viene. Dieselbe Regel gilt für mai, niente und nessuno.

Wie antwortet man auf ich mag das nicht?

Mit neanche a me, wörtlich auch mir nicht. Auf eine bejahte Aussage antwortet man anche a me. Wichtig ist die Präposition: bei piacere und ähnlichen Verben steht a me, nicht io.

Gelesen? Dann hak sie ab — das zählt für deine Serie.

Passt dazu