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Plural im Italienischen: -o wird -i, -a wird -e

Drei Muster decken fast alles ab: -o wird -i, -a wird -e, -e wird -i. Dazu die Schreibregeln mit h und die Unregelmäßigen, die wirklich vorkommen.

8 Minuten Lesezeit

Danach kannst du

  • Die drei Grundmuster des Plurals anwenden
  • Erkennen, warum -i nicht automatisch männlich heißt
  • Die Schreibregeln bei -co, -go, -ca und -ga verstehen
  • Die häufigsten unregelmäßigen Pluralformen kennen

Der Plural im Italienischen wird nicht angehängt, sondern ausgetauscht. Wo das Deutsche ein -n, -e oder -er anfügt und dabei manchmal den Vokal ändert, ersetzt das Italienische nur den letzten Buchstaben. Das macht die Sache erfreulich berechenbar: Drei Muster decken den allergrößten Teil ab.

Die drei Grundmuster

Alles hängt an der Endung des Wortes im Singular:

  • -o wird -i (fast immer männlich): il libroi libri, il ragazzoi ragazzi
  • -a wird -e (fast immer weiblich): la casale case, la ragazzale ragazze
  • -e wird -i (beide Geschlechter): il fiorei fiori, la stazionele stazioni

Das dritte Muster ist die Stelle, an der Deutschsprachige am häufigsten stolpern. La stazione ist weiblich, wird im Plural aber zu stazioni — mit -i, nicht mit -e. Das Geschlecht bleibt trotzdem weiblich, was du am Artikel siehst: le stazioni.

Warum die Endung nicht das Geschlecht verrät

Ein -i am Wortende heißt also nicht automatisch „männlich“. Es heißt nur „Plural“. Erst der Artikel zeigt das Geschlecht:

  • i fiori — die Blumen (männlich)
  • le stazioni — die Bahnhöfe (weiblich)

Genau deshalb lohnt es sich, Nomen von Anfang an mit ihrem Artikel zu lernen. Wer la stazione im Kopf hat, bildet den Plural automatisch richtig.

Schreibregeln, die nur die Aussprache retten

Bei manchen Wörtern ändert sich die Schreibweise, damit der Klang gleich bleibt. Das sieht aus wie eine Ausnahme, ist aber Rechtschreibung, keine Grammatik.

Wörter auf -co und -go: Ein hartes k oder g soll hart bleiben. Deshalb schiebt sich ein h ein — allerdings nicht immer.

  • il giocoi giochi (Spiel)
  • il lagoi laghi (See)
  • Aber: l’amicogli amici (Freund) — hier wird das c weich gesprochen

Als Faustregel: Liegt die Betonung auf der vorletzten Silbe, kommt meist das h; liegt sie weiter vorn, oft nicht. Verlässlicher ist es, die Handvoll häufiger Fälle einfach mitzulernen.

Wörter auf -ca und -ga sind dagegen zuverlässig: Hier kommt das h immer. l’amicale amiche, la rigale righe.

Wörter auf -cia und -gia: Steht vor der Endung ein Vokal, bleibt das i erhalten (la camiciale camicie). Steht ein Konsonant davor, fällt es weg (l’aranciale arance).

Wörter, die sich gar nicht ändern

Manche Nomen sehen im Plural genauso aus wie im Singular. Nur der Artikel verrät die Zahl. Das betrifft drei Gruppen:

  • Wörter mit Akzent am Ende: la cittàle città, il caffèi caffè, l’universitàle università
  • Einsilbige Wörter: il rei re (König)
  • Fremdwörter: il computeri computer, lo sportgli sport

Die erste Gruppe ist ein Geschenk: Alle Wörter auf -tà — und das sind hunderte — entsprechen meistens dem deutschen -heit oder -keit. la libertà (Freiheit), la realtà (Realität), la possibilità (Möglichkeit). Sie sind alle weiblich und alle unveränderlich.

Die Unregelmäßigen, die man wirklich braucht

Ein paar Wörter tanzen aus der Reihe — aber es sind wenige, und sie kommen ständig vor:

  • l’uomogli uomini (der Mann)
  • la manole mani (die Hand) — weiblich, obwohl auf -o!
  • l’uovole uova (das Ei) — wechselt im Plural das Geschlecht
  • il bracciole braccia (der Arm) — ebenso
  • il ditole dita (der Finger)

Die letzten drei gehören zu einer kleinen Gruppe, meist Körperteile, die im Plural weiblich werden und auf -a enden. Das wirkt willkürlich, hat aber einen historischen Grund: Es sind Reste des lateinischen Neutrums.

Was du dir merken solltest

Wenn du dir aus dieser Lektion nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Der Plural steckt in der Endung, das Geschlecht im Artikel. Wer beide zusammen lernt, hat den Plural im Italienischen praktisch geschenkt.

Die Schreibregeln mit dem h und die Handvoll unregelmäßiger Formen kommen mit der Zeit von selbst — vorausgesetzt, du siehst sie oft genug. Genau dafür gibt es den Vokabeltrainer: Er zeigt dir jedes Wort genau dann wieder, wenn du kurz davor bist, es zu vergessen.

Der Plural zieht das Adjektiv mit

Adjektive richten sich im Italienischen nach dem Nomen — in Geschlecht und Zahl. Das klingt nach zusätzlicher Arbeit, ist aber dieselbe Regel noch einmal:

  • il libro rossoi libri rossi (das rote Buch)
  • la casa rossale case rosse (das rote Haus)
  • il fiore verdei fiori verdi (die grüne Blume)

Adjektive auf -e wie verde, grande oder interessante haben nur zwei Formen: Singular auf -e, Plural auf -i. Sie unterscheiden nicht zwischen männlich und weiblich — das macht sie zu den bequemsten Adjektiven der Sprache.

Und dann gibt es die drei, die sich nie ändern: blu, rosa und viola. Le case blu, i fiori viola — keine Anpassung, keine Ausnahme von der Ausnahme.

Wenn beide Geschlechter gemeint sind

Steht in einer Gruppe auch nur ein männliches Element, wird der ganze Plural männlich. Marco e Anna sono italiani — nicht italiane, obwohl Anna dabei ist. Dieselbe Regel gilt für Nomen: Aus einem Vater und einer Mutter werden i genitori (die Eltern), aus Brüdern und Schwestern i fratelli (die Geschwister).

Das führt zu einem Wort, das Deutschsprachige oft missverstehen: i fratelli kann „die Brüder“ heißen — oder „die Geschwister“. Welches gemeint ist, verrät nur der Zusammenhang.

Häufige Fragen

Warum wird aus la stazione le stazioni und nicht le stazione?

Weil Wörter auf -e im Plural immer -i bekommen, unabhängig vom Geschlecht. Das Wort bleibt weiblich — das siehst du am Artikel le, nicht an der Endung.

Wann kommt beim Plural ein h dazu?

Bei Wörtern auf -ca und -ga immer: amica wird amiche. Bei -co und -go meistens dann, wenn die Betonung auf der vorletzten Silbe liegt: lago wird laghi. Ausnahmen wie amico/amici muss man lernen.

Welche italienischen Wörter haben keinen eigenen Plural?

Wörter mit Akzent am Ende (la città, il caffè), einsilbige Wörter (il re) und Fremdwörter (il computer). Bei ihnen zeigt nur der Artikel, ob Singular oder Plural gemeint ist.

Warum heißt es le mani, obwohl mano auf -o endet?

la mano ist eine der wenigen Ausnahmen: Das Wort ist weiblich, obwohl es auf -o endet. Der Plural folgt dann der -o/-i-Regel, der Artikel bleibt weiblich: le mani.

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