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LektionB1Verben

Imperativ mit Pronomen: dammi, diglielo, non farlo

Warum Pronomen beim Befehl angehängt werden, wann sich der Konsonant verdoppelt und wo die Verneinung alles umdreht.

15 Minuten Lesezeit

Danach kannst du

  • Pronomen an die du-, wir- und ihr-Form anhängen
  • Die Verdopplung bei dammi, dillo, fallo beherrschen
  • Die zwei Stellungen im verneinten Imperativ nutzen
  • Bei der Lei-Form die Pronomen richtig voranstellen

Der Imperativ allein ist im Italienischen schnell gelernt. Sobald aber ein Pronomen dazukommt — gib mir, sag es ihm, mach das nicht —, wird aus einer einfachen Form ein kleines Wortgebilde: dammi, diglielo, non farlo. Genau hier steigen viele Lernende aus, obwohl das System dahinter überschaubar ist.

Die Grundregel: angehängt, nicht vorangestellt

Bei den Formen für tu, noi und voi wird das Pronomen an das Verb angehängt und mit ihm zu einem Wort verschmolzen.

  • Scrivimi quando arrivi. — Schreib mir, wenn du ankommst.
  • Aspettami, arrivo subito. — Warte auf mich, ich komme gleich.
  • Chiamiamolo domani mattina. — Rufen wir ihn morgen früh an.
  • Portatelo con voi. — Nehmt es mit.

Die Betonung wandert dabei nicht mit. Scrivimi wird auf scri betont, nicht auf mi. Das ist der Punkt, an dem man italienische Imperative auch als Anfänger richtig klingen lassen kann.

Was Deutschsprachige zuerst falsch machen

Im Deutschen steht das Pronomen als eigenes Wort hinter dem Verb: Gib mir das. Sag es ihm. Man ist deshalb versucht, das Italienische genauso zu bauen, und landet bei mi dai oder tu dammi. Ersteres ist kein Imperativ, sondern eine Aussage — du gibst mir. Es wird meistens verstanden, weil der Ton den Rest erledigt, aber es ist eben nicht die Aufforderung.

Die Regel lautet schlicht: Im Imperativ verschwindet das Pronomen im Verb. Es gibt kein Leerzeichen dazwischen.

Die Verdopplung bei den kurzen Imperativen

Fünf Verben haben in der tu-Form eine verkürzte Variante: da’, di’, fa’, sta’, va’. Wenn an sie ein Pronomen tritt, verdoppelt sich dessen Anfangskonsonant.

  • da’ + midammi: Dammi una mano, per favore.
  • di’ + lodillo: Se hai un problema, dillo.
  • fa’ + lofallo: Fallo adesso, dopo te ne dimentichi.
  • va’ + civacci: Vacci tu, io non ho tempo.
  • sta’ + mistammi: Stammi bene!

Eine einzige Ausnahme gibt es: Vor gli wird nichts verdoppelt. Es heißt daglielo, digli, faglielo — mit einfachem g.

Zwei Pronomen zugleich

Wenn ein Dativ- und ein Akkusativpronomen zusammenkommen, gilt die gewohnte Reihenfolge: erst der Dativ, dann der Akkusativ, und das i wird zu e.

  • Dammelo. — Gib es mir.
  • Diglielo subito. — Sag es ihm sofort.
  • Portaglielo domani. — Bring es ihm morgen.
  • Mandamela per messaggio. — Schick es mir per Nachricht.

Das Ergebnis sieht abschreckend aus, folgt aber immer demselben Bauplan: Verb, Dativ, Akkusativ, alles zusammengeschrieben.

Die Verneinung dreht die Form um

Der verneinte Imperativ für tu ist kein Imperativ, sondern non plus Infinitiv. Und hier hast du plötzlich die Wahl, wohin das Pronomen kommt:

  • Non farlo! oder Non lo fare! — Mach das nicht!
  • Non dirmelo oder Non me lo dire.
  • Non preoccuparti oder Non ti preoccupare. — Mach dir keine Sorgen.

Beim Anhängen fällt das End-e des Infinitivs weg: fare wird zu far-, dire zu dir-. Beide Varianten sind gleich korrekt; die angehängte ist im gesprochenen Italienisch etwas häufiger.

Die Lei-Form macht alles anders

Der höfliche Imperativ ist historisch ein Congiuntivo, und dort stehen Pronomen grundsätzlich vor dem Verb:

  • Mi scusi. — Entschuldigen Sie.
  • Mi dica. — Sagen Sie. (typisch am Schalter oder am Telefon)
  • Me lo dia, per favore. — Geben Sie es mir bitte.
  • Non si preoccupi. — Machen Sie sich keine Sorgen.

Hier ist es also genau umgekehrt zur tu-Form. Wer dammi gelernt hat und dann höflich diami sagt, verrät sich sofort. Die Merkhilfe: Duzen hängt an, Siezen stellt voran.

Reflexive Verben und ne

Auch reflexive Pronomen und die Partikeln ne und ci werden angehängt:

  • Alzati, è tardi! — Steh auf, es ist spät!
  • Sbrigatevi, il treno parte tra dieci minuti. — Beeilt euch.
  • Vattene! — Hau ab! (aus va’ + te + ne)
  • Prendine ancora un po’. — Nimm noch etwas davon.

Kleine Probe

  • Gib mir bitte den Schlüssel. · Sag es ihm morgen. · Mach dir keine Sorgen. · Entschuldigen Sie, sagen Sie es mir.

Die Lösungen: Dammi la chiave, per favore.Diglielo domani.Non ti preoccupare.Mi scusi, me lo dica.

Was du mitnehmen solltest

Bei tu, noi und voi verschmilzt das Pronomen mit dem Verb, ohne die Betonung zu verschieben. Nach den Kurzformen da’, di’, fa’, sta’, va’ verdoppelt sich der Konsonant — außer vor gli. Im verneinten Imperativ hast du die freie Wahl zwischen non farlo und non lo fare. Und die Höflichkeitsform kehrt die Grundregel um: Dort steht das Pronomen immer vorne.

Häufige Fragen

Warum heißt es dammi und nicht dami?

Weil die verkürzten Imperative da, di, fa, sta und va den Anfangskonsonanten des angehängten Pronomens verdoppeln. So entstehen dammi, dillo, fallo, stammi, vattene. Einzige Ausnahme ist gli: es heißt daglielo, nicht dagglielo.

Wo steht das Pronomen bei non fare?

Beide Stellungen sind korrekt: non lo fare und non farlo. Im Alltag hört man häufiger die angehängte Form. Bei mehreren Pronomen gilt dasselbe: non me lo dire oder non dirmelo.

Warum ist die Lei-Form anders?

Weil der höfliche Imperativ eigentlich ein Congiuntivo ist und dort die Pronomen immer vor dem Verb stehen. Also mi dica, mi scusi, me lo dia — nie dicami oder diami.

Was ist der häufigste Fehler von Deutschsprachigen?

Das Pronomen als eigenes Wort davorzustellen, weil man es im Deutschen so kennt: mi dai statt dammi. Der zweite Fehler ist, die Verdopplung zu vergessen, sodass dammi zu dami wird — verständlich, aber sofort als Lernerfehler hörbar.

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