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Steigerung und Vergleich: più, meno und der Superlativ

Più grande di, il più bello, bellissimo: wie man auf Italienisch vergleicht und steigert — mit den vier unregelmäßigen Formen.

10 Minuten Lesezeit

Danach kannst du

  • Vergleiche mit più, meno und come bilden
  • Zwischen di und che als Vergleichswort entscheiden
  • Relativen und absoluten Superlativ unterscheiden
  • Die unregelmäßigen Steigerungen von buono und cattivo kennen

Im Deutschen hängt man eine Endung an: groß, größer, am größten. Das Italienische macht es anders — und dadurch für Lernende einfacher: Es stellt ein Wort davor. Kompliziert wird es an einer einzigen Stelle, nämlich bei der Frage, ob das „als” di oder che heißt.

Der Vergleich: più und meno

Für „mehr” steht più, für „weniger” meno. Das Adjektiv selbst bleibt unverändert und passt sich nur wie gewohnt an Geschlecht und Zahl an:

  • Questo libro è più interessante. — Dieses Buch ist interessanter.
  • Questa casa è meno cara. — Dieses Haus ist weniger teuer.
  • Sono più stanchi oggi. — Sie sind heute müder.

Für Gleichheit gibt es come oder quanto: Marco è alto come me — Marco ist so groß wie ich. Bei Mengen steht tanto … quanto: Ho tanti libri quanti te.

di oder che — die eigentliche Hürde

Beide heißen „als”, aber sie stehen an verschiedenen Stellen.

di steht, wenn zwei verschiedene Dinge in einer Eigenschaft verglichen werden:

  • Roma è più grande di Firenze. — Rom ist größer als Florenz.
  • Marco è più alto di me. — Marco ist größer als ich.

Achte auf die Verschmelzung mit dem Artikel: più caro del pane, più bella della casa.

che steht in vier Fällen:

  • Zwei Eigenschaften desselben Dings: È più stanco che triste. — Er ist mehr müde als traurig.
  • Zwei Verben: È più facile dire che fare. — Es ist leichter gesagt als getan.
  • Zwei Präpositionalgruppen: Ci sono più turisti a Roma che a Milano.
  • Vor Mengenangaben: Ho più di dieci libri nutzt zwar di, aber Bevo più caffè che tè nimmt che.

Die Faustregel: Steht nach dem „als” ein Nomen oder Pronomen allein, nimm di. Steht dort etwas anderes — ein zweites Adjektiv, ein Verb, eine Präposition — nimm che.

Der relative Superlativ

„Der größte”, „die schönste” entsteht aus Artikel plus più:

  • il libro più interessante — das interessanteste Buch
  • la città più bella d’Italia — die schönste Stadt Italiens
  • i giorni più lunghi — die längsten Tage

Zwei Punkte, an denen Deutschsprachige stolpern. Erstens: Der Artikel wird nicht wiederholt, wenn er schon vor dem Nomen steht. Es heißt il libro più interessante, nicht „il libro il più interessante”.

Zweitens: Das „von” nach dem Superlativ heißt di, nicht trail più bravo della classe, der beste der Klasse.

Der absolute Superlativ auf -issimo

Diese Form hat im Deutschen keine Entsprechung und ist im gesprochenen Italienisch weit häufiger als jeder Vergleich. Man streicht den Endvokal und hängt -issimo an:

  • bellobellissimo — wunderschön
  • facilefacilissimo — kinderleicht
  • gentilegentilissimo — überaus freundlich

Sie passt sich an wie jedes Adjektiv: bellissima, bellissimi, bellissime. Und sie bedeutet nicht „am schönsten”, sondern „sehr schön” — es wird nichts verglichen.

Bei Wörtern auf -co und -go kommt wie üblich ein h dazu: riccoricchissimo, lungolunghissimo.

Wer die Form nicht benutzen will, kommt auch mit molto aus: molto bello. Das ist richtig, klingt aber blasser — bellissimo ist das Wort, das Italiener tatsächlich sagen.

Die vier unregelmäßigen Paare

Vier häufige Adjektive haben eigene Steigerungsformen neben den regelmäßigen:

  • buonomigliore (besser) → ottimo (ausgezeichnet)
  • cattivopeggiore (schlechter) → pessimo (miserabel)
  • grandemaggiore (größer, älter) → massimo (höchst)
  • piccolominore (kleiner, jünger) → minimo (geringst)

Die regelmäßigen Formen gibt es daneben und sie sind nicht falsch — sie sind nur konkreter. Questa pizza è più buona spricht vom Geschmack, Questa è la soluzione migliore von der Qualität einer Lösung.

Bei maggiore und minore lohnt eine Nebenbedeutung: Bei Geschwistern heißen sie „älter” und „jünger” — mio fratello maggiore ist mein älterer Bruder, nicht mein größerer.

Auch Adverbien steigern

Dieselbe Logik gilt für Adverbien: più velocemente (schneller), meno spesso (seltener). Auch hier gibt es vier unregelmäßige Formen, die täglich vorkommen:

  • benemeglio (besser) — Sto meglio. Mir geht es besser.
  • malepeggio (schlechter)
  • moltopiù · pocomeno

Verwechsle meglio und migliore nicht: meglio ist ein Adverb und beschreibt ein Verb (canta meglio — er singt besser), migliore ein Adjektiv und beschreibt ein Nomen (il cantante migliore — der bessere Sänger). Dasselbe gilt für peggio und peggiore.

Was du mitnehmen solltest

Steigern heißt im Italienischen: ein Wort davorstellen, nicht die Endung ändern. Die einzige echte Entscheidung ist di gegen che — und dafür reicht die Frage, ob nach dem „als” ein Nomen allein steht.

Und wenn du dir ein Wort aus dieser Lektion merkst, dann -issimo. Es macht dein Italienisch sofort natürlicher als jedes molto.

Häufige Fragen

Wie steigert man Adjektive im Italienischen?

Nicht mit einer Endung wie im Deutschen, sondern mit più davor: più grande heißt größer. Für weniger steht meno: meno caro, weniger teuer. Der Superlativ entsteht durch den Artikel: il più grande, der größte.

Wann sagt man di und wann che beim Vergleich?

di steht, wenn zwei verschiedene Dinge in einer Eigenschaft verglichen werden: Roma è più grande di Firenze. che steht, wenn zwei Eigenschaften desselben Dings verglichen werden oder zwei Verben, Adjektive oder Präpositionalgruppen aufeinandertreffen: È più stanco che triste.

Was ist der Unterschied zwischen il più bello und bellissimo?

il più bello ist der relative Superlativ und vergleicht mit anderen: der schönste von allen. bellissimo ist der absolute Superlativ ohne Vergleich: sehr schön, wunderschön. Im gesprochenen Italienisch ist die Form auf -issimo deutlich häufiger.

Welche italienischen Adjektive haben unregelmäßige Steigerungen?

Vier Paare: buono wird migliore und ottimo, cattivo wird peggiore und pessimo, grande wird maggiore und massimo, piccolo wird minore und minimo. Die regelmäßigen Formen più buono und più cattivo gibt es auch, sie klingen aber konkreter — etwa beim Geschmack.

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