Zum Inhalt springen
LektionA2Alltag

Auf dem Markt in Italien: Mengen, Preise, Reihenfolge

Chi è l ultimo, due etti, mi faccia lei: Wie die Schlange ohne Nummern funktioniert, warum man in etti rechnet und was man sagt, wenn man sich nicht entscheiden kann.

10 Minuten Lesezeit

Danach kannst du

  • Die Reihenfolge an der Theke ohne Nummern klären
  • Mengen in etti und chili bestellen
  • Nach Herkunft, Reife und Zubereitung fragen
  • Preise verstehen und die üblichen Formeln benutzen

Der italienische Wochenmarkt hat eigene Regeln, und keine davon steht angeschrieben. Es gibt keine Wartenummern, die Mengen werden anders gezählt als in Deutschland, und wer schweigend wartet, kommt nie dran. Diese Lektion erklärt die ungeschriebenen Teile.

Die Reihenfolge: chi è l’ultimo

An den Ständen gibt es keine Nummernautomaten. Stattdessen fragt man beim Ankommen:

  • Scusi, chi è l’ultimo? — Entschuldigung, wer ist der Letzte?

Jemand hebt die Hand oder sagt io. Diese Person merkt man sich — nach ihr ist man dran. Wenn jemand nach einem kommt und fragt, antwortet man selbst mit io.

Das System funktioniert erstaunlich gut, hat aber eine Bedingung: Man muss sich melden. Wer stumm danebensteht, wird übergangen — nicht aus Unhöflichkeit, sondern weil niemand weiß, dass er wartet.

  • Tocca a me. — Ich bin dran.
  • Prego, faccia pure. — Bitte, gehen Sie vor.
  • Vado io o va lei? — Bin ich dran oder Sie?

Die Mengen

An Wurst- und Käsetheken rechnet Italien in etti — je hundert Gramm:

  • un etto — 100 g · due etti — 200 g · mezzo chilo — 500 g
  • un chilo — 1 kg · un chilo e mezzo — 1,5 kg

Beim Obst und Gemüse zählt dagegen das Kilo, und der Preis steht pro Kilo an der Kiste. Bei einzelnen Stücken sagt man un pezzo oder nennt die Zahl.

  • Due etti di prosciutto crudo, per favore.
  • Un chilo di pomodori.
  • Tre pezzi, non di più.
  • Mezzo chilo scarso. — Knapp ein halbes Kilo.
  • Un chilo abbondante. — Ein gutes Kilo.

Scarso und abbondante sind praktisch: Sie sagen, in welche Richtung gerundet werden soll.

Wenn mehr auf der Waage liegt

Das passiert ständig, und es gibt eine feste Formel dafür:

  • Sono duecentoventi, va bene lo stesso? — Es sind zweihundertzwanzig, ist das auch recht?
  • Va benissimo. — Vollkommen in Ordnung.
  • Un po’ meno, per favore. — Etwas weniger, bitte.

Ein Nein ist völlig üblich und wird nicht krummgenommen. Wer schweigt, hat zugestimmt.

mi faccia lei

Der nützlichste Satz auf dem Markt. Er überlässt die Auswahl dem Verkäufer:

  • Mi faccia lei. — Machen Sie ruhig.
  • Quale mi consiglia? — Welchen empfehlen Sie?
  • Cosa c’è di buono oggi? — Was ist heute gut?
  • Sono per stasera. — Sie sind für heute Abend. (also entsprechend reif)

Der letzte Satz ist Gold wert: Wer sagt, wann er etwas essen will, bekommt die passende Reife. Beim Obsthändler heißt das per oggi oder per la settimana prossima.

Und die Antwort auf cosa c’è di buono ist ehrlicher, als man erwartet. Ein guter Händler sagt auch, was heute nicht gut ist.

Fragen zur Ware

  • Di dove sono? — Woher kommen sie?
  • Sono maturi? — Sind sie reif?
  • È di stagione? — Hat es Saison?
  • È fresco di oggi? — Ist es von heute?
  • Come si cucina? — Wie bereitet man das zu?
  • Quanto dura in frigo? — Wie lange hält es im Kühlschrank?

Come si cucina lohnt sich besonders bei Gemüse, das man nicht kennt. Die Antwort kommt ausführlich und ist meist gut.

Bei Fisch und Fleisch:

  • Me lo pulisce? — Machen Sie ihn sauber? (Fisch)
  • Me lo taglia a fette? — Schneiden Sie es in Scheiben?
  • Sottile o spesso? — Dünn oder dick? (fragt der Verkäufer)
  • Sottilissimo, per favore. — Ganz dünn, bitte.

Die Preise

Der Preis steht pro Kilo an der Ware, oft auf einem Pappschild. Handeln ist bei Lebensmitteln nicht üblich — die Preise sind fest.

  • Quanto costa al chilo? — Was kostet es pro Kilo?
  • Quant’è in tutto? — Was macht das zusammen?
  • Basta così, grazie. — Das ist alles, danke.
  • Altro? — Sonst noch etwas? (fragt der Verkäufer)

Auf altro? antwortet man mit no, grazie, basta così — das schließt den Einkauf ab.

Bei Kleidung und Haushaltswaren auf Wochenmärkten sieht es anders aus: Dort ist ein Nachlass manchmal möglich, vor allem gegen Ende des Markttages. Die Frage lautet mi fa un prezzo?

Die Marktzeiten

Wochenmärkte finden meist an einem festen Vormittag statt und enden gegen dreizehn Uhr. In der letzten halben Stunde bauen die Stände ab, und die Preise fallen — allerdings ist dann auch die Auswahl kleiner.

Der Markt heißt il mercato, der Stand il banco, und der Händler il venditore oder je nach Ware il fruttivendolo, il pescivendolo, il macellaio.

Die Tüte

  • Ho la borsa, grazie. — Ich habe eine Tasche, danke.
  • Mi dà un sacchetto? — Geben Sie mir eine Tüte?

Plastiktüten kosten in Italien seit Jahren Geld, meist ein bis fünf Cent, und müssen biologisch abbaubar sein. Eine eigene Tasche ist die Normalität.

Kleine Probe

  • Wer ist der Letzte? · Zweihundert Gramm Schinken. · Machen Sie ruhig. · Das ist alles, danke.

Die Lösungen: Chi è l’ultimo?Due etti di prosciutto.Mi faccia lei.Basta così, grazie.

Was du mitnehmen solltest

Drei Sätze tragen den ganzen Markteinkauf: chi è l’ultimo? für die Reihenfolge, due etti di … für die Menge, basta così zum Abschluss. Dazu mi faccia lei, wenn man unsicher ist — es gilt als Vertrauensbeweis und bringt fast immer das bessere Stück.

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Schlange ohne Nummern?

Man fragt chi è l ultimo, wer ist der Letzte, merkt sich die Person und ist nach ihr dran. Das ersetzt jede sichtbare Ordnung. Wer sich nicht meldet, wird übergangen — nicht aus Unhöflichkeit, sondern weil niemand weiß, dass er wartet.

Was ist ein etto?

Hundert Gramm. An der Wurst- und Käsetheke rechnet Italien in etti: due etti sind zweihundert Gramm. Wer in Gramm bestellt, wird verstanden, klingt aber nach Tourist.

Was heißt mi faccia lei?

Machen Sie ruhig — überlassen Sie die Auswahl dem Verkäufer. Man sagt es, wenn man nicht weiß, welche Sorte oder Menge man will. Es gilt als Vertrauensbeweis und führt oft zum besseren Stück.

Kann man auf dem Markt handeln?

Bei Lebensmitteln nicht. Die Preise stehen pro Kilo an der Ware und sind fest. Bei Kleidung und Haushaltswaren auf Wochenmärkten ist ein Nachlass dagegen manchmal möglich, vor allem gegen Ende des Markttages.

Gelesen? Dann hak sie ab — das zählt für deine Serie.

Passt dazu