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Italienische Adjektive: Anpassung, Stellung und Steigerung

Warum aus rosso ein rossa wird, wann das Adjektiv vor dem Nomen steht und wie man vergleicht. Mit den Wörtern, die sich nie ändern.

9 Minuten Lesezeit

Danach kannst du

  • Adjektive an Geschlecht und Zahl anpassen
  • Die beiden Adjektivgruppen unterscheiden
  • Erkennen, wann die Stellung die Bedeutung ändert
  • Vergleiche mit più und meno bilden

Im Deutschen sagt man „das rote Haus” und „die roten Häuser” — das Adjektiv verändert sich, aber nach Regeln, die man als Muttersprachler nie bewusst gelernt hat. Im Italienischen ist die Sache übersichtlicher: Es gibt zwei Gruppen, vier mögliche Endungen, und die Regel dahinter kennst du schon vom Plural.

Gruppe 1: vier Endungen

Adjektive auf -o haben vier Formen. Sie richten sich nach Geschlecht und Zahl des Nomens:

  • männlich Singular: il libro rosso
  • weiblich Singular: la casa rossa
  • männlich Plural: i libri rossi
  • weiblich Plural: le case rosse

Das ist dieselbe Endungsfolge wie bei den Nomen — o, a, i, e. Wer den Plural kann, kann das hier auch.

Gruppe 2: nur zwei Endungen

Adjektive auf -e unterscheiden nicht zwischen männlich und weiblich. Sie haben nur Singular und Plural:

  • il libro verde / la casa verde
  • i libri verdi / le case verdi

Dazu gehören viele häufige Wörter: grande (groß), interessante, importante, difficile (schwierig), facile (leicht), giovane (jung), felice (glücklich). Diese Gruppe ist die bequemere — man muss nur die Zahl treffen.

Die drei, die sich nie ändern

blu, rosa und viola bleiben in allen Formen gleich: le case blu, i fiori viola, le camicie rosa. Auch beige und einige weitere Farbwörter, die aus anderen Sprachen stammen, gehören dazu.

Der Grund ist derselbe wie bei den unveränderlichen Nomen: Es sind Wörter, die aus Fremdsprachen übernommen oder von Blumen abgeleitet wurden — rosa ist die Rose, viola das Veilchen.

Wo das Adjektiv steht

Anders als im Deutschen steht das Adjektiv meistens nach dem Nomen:

  • una macchina rossa — ein rotes Auto
  • un ristorante italiano — ein italienisches Restaurant
  • una giornata difficile — ein schwieriger Tag

Vor dem Nomen stehen nur wenige, dafür sehr häufige Adjektive: bello, buono, grande, piccolo, giovane, vecchio, nuovo, bravo. Una bella giornata klingt natürlich, una giornata bella gestelzt.

Wenn die Stellung die Bedeutung ändert

Bei einigen Adjektiven ist die Stellung nicht Geschmackssache, sondern trägt Bedeutung. Vor dem Nomen wird das Adjektiv übertragen verstanden, danach wörtlich:

  • un vecchio amico — ein alter Freund (lange befreundet)
    un amico vecchio — ein alter Freund (an Jahren)
  • un grand’uomo — ein großer Mann (bedeutend)
    un uomo grande — ein großer Mann (körperlich)
  • un povero uomo — ein armer Mann (bedauernswert)
    un uomo povero — ein armer Mann (ohne Geld)
  • diverse cose — mehrere Dinge
    cose diverse — unterschiedliche Dinge

Es sind nur eine Handvoll Fälle, aber sie kommen im Gespräch vor — und ein amico vecchio statt vecchio amico sorgt zuverlässig für ein Schmunzeln.

Vergleichen: più und meno

Für „mehr” und „weniger” gibt es keine Endung wie im Deutschen. Man stellt più oder meno davor:

  • Questo è più facile. — Das ist leichter.
  • Roma è più grande di Firenze. — Rom ist größer als Florenz.
  • Questo film è meno interessante. — Dieser Film ist weniger interessant.

Das „als” heißt meist di. Nur wenn zwei Eigenschaften derselben Sache verglichen werden, steht che: È più stanco che triste — er ist mehr müde als traurig.

Für Gleichheit benutzt man come: Marco è alto come me — Marco ist so groß wie ich.

Der Superlativ auf -issimo

Neben dem Superlativ mit Artikel — il libro più interessante, das interessanteste Buch — gibt es eine Form, die im Deutschen fehlt: die Steigerung ohne Vergleich.

Man streicht den Endvokal und hängt -issimo an:

  • bellobellissimo — wunderschön
  • buonobuonissimo — ganz hervorragend
  • grandegrandissimo — riesig
  • facilefacilissimo — kinderleicht

Diese Form ist im gesprochenen Italienisch allgegenwärtig — häufiger als jeder Vergleich. Grazie mille, gentilissimo! heißt „Tausend Dank, sehr freundlich!”. Und sie passt sich natürlich an: bellissima, bellissimi, bellissime.

Vier unregelmäßige Steigerungen lohnen sich zu merken, weil sie täglich vorkommen: buonomigliore (besser) → ottimo (ausgezeichnet), und cattivopeggiore (schlechter) → pessimo (miserabel).

Die Kurzformen bei bello und buono

Zwei Adjektive verhalten sich vor dem Nomen wie Artikel — sie passen sich dem Anfangslaut an. Das wirkt zunächst nach zusätzlichem Aufwand, folgt aber genau der Regel, die du von il und lo kennst.

bello nimmt die Formen des bestimmten Artikels an:

  • un bel libro (wie il) — ein schönes Buch
  • un bello specchio (wie lo) — ein schöner Spiegel
  • un bell’albero (wie l’) — ein schöner Baum
  • una bella casa (wie la) — ein schönes Haus
  • Plural: bei libri, begli specchi, belle case

buono folgt im Singular dem unbestimmten Artikel:

  • un buon caffè (wie un) — ein guter Kaffee
  • un buono studente (wie uno) — ein guter Student
  • una buona idea (wie una) — eine gute Idee

Daher auch die Grußformeln, die man ständig hört: Buongiorno, Buonasera, Buon viaggio, Buon appetito. Die Kurzform buon steht dort, weil ein Konsonant folgt.

Adjektive, die aus Ländern kommen

Nationalitäten sind Adjektive und werden kleingeschrieben — anders als im Deutschen: Sono tedesco (ich bin Deutscher), una macchina tedesca, i tedeschi (die Deutschen).

Sie folgen den beiden bekannten Gruppen. italiano, tedesco, spagnolo, americano haben vier Formen. francese, inglese, portoghese nur zwei.

Und wie bei den Berufen steht nach essere kein Artikel: È francese, nicht „è una francese”.

Häufige Fragen

Warum heißt es la casa rossa und nicht la casa rosso?

Weil sich italienische Adjektive an Geschlecht und Zahl des Nomens anpassen. casa ist weiblich, also wird aus rosso ein rossa. Im Plural: le case rosse.

Steht das Adjektiv im Italienischen vor oder nach dem Nomen?

Meistens danach — anders als im Deutschen: una macchina rossa, un libro interessante. Vor dem Nomen stehen nur häufige Kurzadjektive wie bello, buono, grande, piccolo, giovane, vecchio, nuovo. Bei einigen ändert die Stellung die Bedeutung.

Welche italienischen Adjektive ändern sich nie?

blu, rosa, viola, beige und marrone in bestimmten Verwendungen bleiben in allen Formen gleich: le case blu, i fiori viola. Es sind wenige, aber sie kommen häufig vor.

Wie bildet man den Superlativ auf Italienisch?

Zwei Wege. Der relative mit Artikel plus più: il libro più interessante, das interessanteste Buch. Der absolute mit der Endung -issimo: bellissimo heißt wunderschön, ohne Vergleich. Letzterer ist im Alltag deutlich häufiger.

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