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LektionA2Alltag

Aperitivo in Italien: der Abend beginnt früher

Ein Getränk, ein Buffet, zwei Stunden: Was der aperitivo ist, wann er zur apericena wird und was man bestellt, ohne nachzudenken.

10 Minuten Lesezeit

Danach kannst du

  • Den Ablauf und die Zeiten des aperitivo kennen
  • Die üblichen Getränke bestellen
  • Zwischen aperitivo und apericena unterscheiden
  • Die Regeln am Buffet und beim Bezahlen einhalten

Der aperitivo ist keine Vorspeise und kein Abendessen, sondern ein eigener Termin: ein Getränk am frühen Abend, zu dem etwas zu essen gereicht wird — im Preis inbegriffen. Er ist der italienische Feierabend und wichtiger als jede Bar-Vokabel.

Wie es abläuft

Man kommt zwischen achtzehn und einundzwanzig Uhr, bestellt ein Getränk und bekommt dazu etwas zu essen. Je nach Lokal ist das ein Schälchen Oliven und Chips oder ein ganzes Buffet.

Bezahlt wird das Getränk — das Essen ist enthalten. Der Preis liegt meist zwischen acht und fünfzehn Euro und wirkt für ein Glas hoch, bis man das Buffet sieht.

Die Zeitspanne ist großzügig: Zwei Stunden an einem Tisch mit einem Getränk sind vollkommen normal, und niemand drängt.

aperitivo oder apericena

  • l’aperitivo — Getränk plus Kleinigkeiten: Oliven, Chips, Nüsse, ein paar Häppchen. Danach isst man zu Abend.
  • l’apericena — Getränk plus offenes Buffet. Ersetzt das Abendessen.

Das Wort apericena ist eine Zusammensetzung aus aperitivo und cena und noch keine dreißig Jahre alt. In Mailand entstanden, heute überall verbreitet — und bei Puristen umstritten, weil sie den aperitivo als das Gegenteil eines Essens verstehen.

  • È aperitivo o apericena? — Ist es Aperitif oder mit Buffet?
  • Cosa c’è nel buffet? — Was gibt es am Buffet?
  • Quanto viene l’apericena?

Was man bestellt

Mit Alkohol:

  • lo spritz — die häufigste Wahl, mit Aperol oder Campari
  • il negroni — Gin, Campari, Wermut; kräftig
  • l’americano — leichter als der Negroni, ohne Gin
  • un calice di bianco — ein Glas Weißwein
  • una birra media — ein mittleres Bier
  • il prosecco

Ohne Alkohol:

  • il Crodino — der bekannteste alkoholfreie Aperitif, orange und bitter
  • il Sanbitter — rot, herber
  • uno spritz analcolico — alkoholfreier Spritz
  • una spremuta — frisch gepresster Saft

Ein alkoholfreier Aperitif ist in Italien völlig üblich und kein Grund für Rückfragen — Crodino steht in jeder Bar.

  • Uno spritz, per favore.
  • Con Aperol o Campari? — Mit Aperol oder Campari? (fragt man Sie)
  • Per me un Crodino, grazie.
  • Cosa mi consiglia?

Die Rückfrage nach Aperol oder Campari ist die Standardfrage. Aperol ist süßer und leichter, Campari bitterer und stärker.

Am Buffet

Es gibt ungeschriebene Regeln, und sie werden beachtet:

  • Ein Teller pro Gang. Man geht mehrmals, statt einmal hoch zu stapeln.
  • Nicht überladen. Wer den Teller türmt, fällt auf.
  • Erst bestellen, dann essen. Das Buffet gehört zum Getränk, nicht umgekehrt.
  • Nichts mitnehmen. Was liegen bleibt, bleibt liegen.
  • Posso servirmi? — Darf ich mich bedienen?
  • È incluso nel prezzo? — Ist es im Preis enthalten?
  • Si può tornare al buffet? — Kann man nochmal hingehen?

Typisch am Buffet: focaccia, pasta fredda, riso, verdure grigliate, salumi, formaggi, olive und Frittiertes.

Bezahlen

  • Si paga alla cassa o al tavolo? — Zahlt man an der Kasse oder am Tisch?
  • Si paga prima? — Zahlt man vorher?
  • Facciamo alla romana. — Wir teilen gleichmäßig.
  • Offro io questo giro. — Diese Runde geht auf mich.

In vielen Lokalen zahlt man beim Bestellen an der Kasse und bekommt einen Bon für die Theke. Die Frage lohnt sich, bevor man sich hinsetzt.

Offro io ist beim Aperitif verbreitet — man lädt reihum ein, statt jedes Mal zu teilen. Wer eingeladen wurde, revanchiert sich beim nächsten Mal.

Wo und wann

Der aperitivo ist regional verschieden ausgeprägt:

  • Mailand und der Norden: die Hochburg. Große Buffets, feste Institution nach der Arbeit.
  • Venedig: eigene Form mit cicchetti, kleinen Häppchen an der Theke, dazu ein ombra — ein Glas Wein.
  • Rom und der Süden: verbreitet, aber oft kleiner und näher am ursprünglichen Aperitif.

Im Sommer beginnt er später und dauert länger. Und an schönen Abenden gilt: draußen sitzen kostet in manchen Bars mehr — al tavolo gegen al banco.

Sich verabreden

  • Ci facciamo un aperitivo? — Machen wir einen Aperitif?
  • Ci vediamo per un aperitivo alle sette?
  • Conosci un posto carino? — Kennst du einen netten Ort?
  • Volentieri! — Gern!
  • Magari un’altra volta. — Vielleicht ein andermal.

Ci facciamo un aperitivo? ist eine der häufigsten Verabredungsformeln überhaupt — unverbindlicher als eine Einladung zum Essen und deshalb leicht auszusprechen.

Kleine Probe

  • Einen Spritz, bitte. · Ist das Buffet im Preis enthalten? · Zahlt man an der Kasse? · Machen wir einen Aperitif?

Die Lösungen: Uno spritz, per favore.Il buffet è incluso nel prezzo?Si paga alla cassa?Ci facciamo un aperitivo?

Was du mitnehmen solltest

Der aperitivo ist ein Getränk mit Essen inklusive, zwischen achtzehn und einundzwanzig Uhr. Bei der apericena ersetzt das Buffet das Abendessen. Man geht mehrmals mit kleinen Portionen, nicht einmal mit vollem Teller. Und wer nicht weiß, was er bestellen soll, sagt uno spritz.

Häufige Fragen

Was ist ein aperitivo?

Ein Getränk am frühen Abend, zu dem Kleinigkeiten gereicht werden — Oliven, Chips, kleine Häppchen. Der Preis von acht bis fünfzehn Euro schließt das Essen ein. Es ist ein sozialer Termin, kein Abendessen.

Was ist der Unterschied zur apericena?

Bei der apericena wird ein ganzes Buffet gestellt, von dem man sich beliebig bedienen kann. Sie ersetzt damit das Abendessen. Der Preis liegt etwas höher, meist zwischen zehn und achtzehn Euro, und man zahlt einmal beim Getränk.

Was bestellt man?

Spritz ist die häufigste Wahl, dazu Negroni, Americano, ein Glas Wein oder alkoholfrei Crodino und Sanbitter. Wer unsicher ist, sagt uno spritz und liegt selten falsch.

Wann findet er statt?

Zwischen etwa achtzehn und einundzwanzig Uhr, mit Schwerpunkt zwischen halb sieben und acht. Danach beginnt für viele erst das Abendessen — wobei die apericena oft schon reicht.

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