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Italienische Feiertage: was gefeiert wird und was dann zu ist

Von Befana bis Ferragosto: alle italienischen Feiertage, warum im August ganze Städte schließen und was ein Stadtheiliger für deine Reiseplanung bedeutet.

7 Minuten Lesezeit

Wer in Italien reist, stößt früher oder später auf eine geschlossene Tür, mit der er nicht gerechnet hat. Die Feiertage sind zum Teil dieselben wie in Deutschland, zum Teil ganz andere — und einer davon gilt nur in der Stadt, in der man gerade steht.

Die landesweiten Feiertage

  • 1. JanuarCapodanno, Neujahr
  • 6. JanuarEpifania, Heilige Drei Könige. Hier kommt nicht das Christkind, sondern die Befana, eine gutmütige Hexe, die Kindern Süßigkeiten bringt.
  • OstermontagPasquetta, traditionell ein Picknicktag im Grünen
  • 25. AprilFesta della Liberazione, Befreiung vom Faschismus 1945
  • 1. MaiFesta dei Lavoratori, Tag der Arbeit
  • 2. JuniFesta della Repubblica, Ausrufung der Republik 1946
  • 15. AugustFerragosto, Mariä Himmelfahrt
  • 1. NovemberOgnissanti, Allerheiligen
  • 8. DezemberImmacolata Concezione, an diesem Tag wird traditionell der Weihnachtsbaum aufgestellt
  • 25. und 26. DezemberNatale und Santo Stefano

Ferragosto: der Tag, an dem Italien stillsteht

Der 15. August ist der Feiertag, der Reisende am häufigsten überrascht. In vielen Städten ist praktisch alles geschlossen — Geschäfte, Restaurants, manchmal ganze Straßenzüge. Und es bleibt nicht bei einem Tag: Rund um Ferragosto machen zahlreiche Betriebe zwei Wochen Betriebsferien.

Wer im August in eine italienische Großstadt fährt, findet ein leeres Rom oder Mailand vor — schön für Fotos, unpraktisch für alles andere. Umgekehrt ist an der Küste dann Hochbetrieb.

Der Stadtheilige: der Feiertag, den nur ein Ort kennt

Jede italienische Stadt hat einen Schutzpatron, und dessen Namenstag ist dort gesetzlicher Feiertag — nur dort. Für Reisende ist das der verwirrendste Fall: Die Nachbarstadt arbeitet normal, hier ist alles zu.

  • Rom — 29. Juni, San Pietro e Paolo
  • Mailand — 7. Dezember, Sant’Ambrogio
  • Florenz — 24. Juni, San Giovanni
  • Neapel — 19. September, San Gennaro
  • Venedig — 25. April, San Marco (fällt mit dem Nationalfeiertag zusammen)

Ein Blick auf den Stadtheiligen vor der Reise erspart eine Enttäuschung.

Ponte: die verlängerte Brücke

Fällt ein Feiertag auf einen Dienstag oder Donnerstag, nehmen viele Italiener den Montag beziehungsweise Freitag frei. Das nennt man fare il ponte — „die Brücke machen“.

Praktisch heißt das: Um solche Feiertage herum sind Züge voll, Hotels teuer und Behörden geschlossen. Wer flexibel ist, plant Reisen bewusst daneben.

Was das für dein Italienisch bedeutet

Feiertage sind Gesprächsstoff — und einer der leichtesten. Cosa si fa a Ferragosto? („Was macht man an Ferragosto?“) ist eine Frage, auf die jeder Italiener gern antwortet. Wer die Namen kennt, hat sofort ein Thema.

Nützlich sind dabei zwei Wendungen: È chiuso oggi? — „Ist heute geschlossen?“ und Quando riaprite? — „Wann öffnen Sie wieder?“ Beide gehören zu den Sätzen, die man genau einmal braucht und dann dringend.

Regionale Feste, die keine Feiertage sind

Neben den offiziellen Terminen gibt es unzählige sagre — Dorffeste rund um ein einzelnes Lebensmittel. Die sagra del tartufo feiert den Trüffel, die sagra della castagna die Kastanie. Geschäfte bleiben dabei offen, aber halbe Ortschaften sind auf der Straße.

Für Lernende sind diese Feste ideal: Es wird viel geredet, meist über eine überschaubare Zahl von Themen, und Fremde fallen nicht auf. Wer einmal fragt Che sagra è oggi?, bekommt garantiert eine ausführliche Antwort — oft mit Kostprobe.

Weihnachten und Ostern: was anders läuft

Die beiden großen Feste sind dieselben wie in Deutschland, der Ablauf ist es nicht.

Weihnachten beginnt am 8. Dezember, dem Tag der Unbefleckten Empfängnis. Dann wird traditionell der Baum aufgestellt und die Krippe gebaut — der presepe ist in vielen Familien wichtiger als der Baum. Das Jesuskind legt man erst in der Nacht zum 25. hinein.

Bescherung ist am Morgen des 25., nicht am Abend des 24. Der cenone della vigilia am 24. ist traditionell ein Fischessen. Am 26., Santo Stefano, wird weitergefeiert — und die Geschenke für Kinder kommen teils erst am 6. Januar von der Befana.

Ostern ist der Sonntag mit der Familie, aber der Montag danach gehört den Freunden. Pasquetta verbringt man draußen, mit Picknick oder Ausflug. Das Sprichwort dazu kennt jeder: Natale con i tuoi, Pasqua con chi vuoi — Weihnachten mit den Deinen, Ostern mit wem du willst.

Die Wörter, die an Feiertagen fallen

Feiertage haben ihren eigenen kleinen Wortschatz, und er kommt jedes Jahr wieder:

  • Auguri! — der Allzweckglückwunsch. Funktioniert an Geburtstagen, Weihnachten und Ostern gleichermaßen.
  • Buone feste! — Frohe Feiertage, die neutrale Formel im Dezember.
  • Buon Natale und Buona Pasqua — die konkreten Varianten.
  • il ponte — die verlängerte Brücke zwischen Feiertag und Wochenende.
  • il giorno festivo gegen il giorno feriale — Feiertag gegen Werktag. Die beiden Wörter sehen sich verwirrend ähnlich und stehen auf jedem Fahrplan.

Der letzte Punkt ist praktisch relevanter, als er klingt. Busfahrpläne unterscheiden zwischen feriale und festivo — wer das verwechselt, wartet an einem Feiertag lange auf einen Bus, der nur werktags fährt.

Wann du besser nicht reist

Drei Zeiträume, in denen Italien voll und teuer ist: die Woche um Ferragosto, die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sowie das Osterwochenende samt Pasquetta. Wer flexibel ist, verschiebt um eine Woche — die Preise fallen dann spürbar, und die Städte sind wieder benutzbar.

Häufige Fragen

Was ist Ferragosto?

Der 15. August, Mariä Himmelfahrt — der wichtigste Sommerfeiertag Italiens. In vielen Städten ist praktisch alles geschlossen, und zahlreiche Betriebe machen rund um dieses Datum zwei Wochen Betriebsferien.

Warum hat in einer italienischen Stadt zu, während die Nachbarstadt arbeitet?

Weil jede Stadt einen Schutzpatron hat und dessen Namenstag dort gesetzlicher Feiertag ist — nur dort. In Mailand ist das der 7. Dezember, in Rom der 29. Juni, in Florenz der 24. Juni.

Was bedeutet fare il ponte?

Wörtlich die Brücke machen: Fällt ein Feiertag auf Dienstag oder Donnerstag, nehmen viele den dazwischenliegenden Werktag frei. Um solche Termine herum sind Züge voll und Hotels teurer.

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