Sprachschule in Italien: Städte, Preise, Auswahl
Was eine Sprachschule in Italien kostet, welche Städte teuer und welche günstig sind, ab welchem Niveau sich ein Kurs lohnt und woran man eine ernsthafte Schule erkennt.
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Eine Sprachschule in Italien kostet für eine Kurswoche mit zwanzig Unterrichtseinheiten in aller Regel zwischen 180 und 320 Euro, ohne Unterkunft. Ob sich das lohnt, hängt weniger vom Preis ab als von zwei Dingen: welches Niveau du mitbringst und in welcher Stadt du landest. Beides wird in Prospekten selten ehrlich behandelt.
Was der Kurspreis wirklich enthält
Der Standardkurs heißt fast überall corso standard oder corso di gruppo und besteht aus zwanzig Unterrichtseinheiten zu je 45 oder 50 Minuten pro Woche, meist vormittags von Montag bis Freitag. Das ist der Preis, den Schulen nach außen nennen. Dazu kommen fast immer:
- eine einmalige Einschreibegebühr (tassa di iscrizione), üblicherweise zwischen 50 und 90 Euro,
- Kursmaterial, entweder pauschal berechnet oder als Lehrbuch, das du vor Ort kaufst,
- optional die Vermittlung der Unterkunft, für die manche Schulen eine eigene Gebühr nehmen.
Je länger du buchst, desto günstiger wird die einzelne Woche. Vier Wochen kosten selten das Vierfache einer Einzelwoche, sondern eher das Drei- bis Dreieinhalbfache. Wer die Wahl hat, bucht deshalb lieber einmal vier Wochen als viermal eine.
Ein Intensivkurs mit dreißig Einheiten liegt etwa ein Drittel über dem Standardpreis. Ob er sich lohnt, ist eine Frage der Kondition — dazu weiter unten mehr.
Die Städte und was sie kosten
Die Kursgebühren unterscheiden sich zwischen den Städten weniger, als man denkt. Der große Unterschied liegt bei Unterkunft und Lebenshaltung. Grob:
- Mailand, Florenz, Rom, Venedig: die teuerste Gruppe. Ein Einzelzimmer in einer Gastfamilie mit Frühstück liegt hier meist bei 250 bis 350 Euro pro Woche, ein WG-Zimmer ohne Verpflegung etwas darunter.
- Bologna, Turin, Verona, Triest: spürbar günstiger, oft 180 bis 280 Euro pro Woche für dasselbe.
- Süden und Inseln — Neapel, Lecce, Palermo, Catania: die günstigsten Unterkünfte, häufig 150 bis 250 Euro. Kurstermine sind allerdings dünner gesät, weil es weniger Schulen gibt.
- Küstenorte mit Ferienbetrieb wie Taormina oder die Cinque Terre: im Sommer die teuerste Variante überhaupt, weil du gegen den Tourismus mitbietest.
Für Essen, Verkehr und Alltag rechne mit 120 bis 200 Euro pro Woche, im Süden am unteren, in Mailand am oberen Rand. Wer selbst kocht statt jeden Abend essen zu gehen, spart hier am meisten.
Das sind Spannen aus Anbietervergleichen, keine Festpreise. Prüfe immer die konkrete Schule und die konkrete Saison — August und die Wochen um Ostern liegen überall am oberen Rand.
Ab wann eine Schule etwas bringt
Der häufigste Fehler ist, mit null Vorkenntnissen anzureisen. Ein Anfängerkurs vor Ort unterrichtet dieselben Artikel und dieselben Verbformen wie ein Kurs in Hamburg, nur auf Italienisch erklärt und für viel mehr Geld. Der Vorteil Italiens — dass draußen Italienisch gesprochen wird — nützt dir auf A1 fast nichts, weil du das meiste ohnehin nicht verstehst.
Ab A2 kippt das Verhältnis. Dann kannst du im Laden, beim Bäcker und mit der Vermieterin tatsächlich reden, und der Unterricht sortiert am Nachmittag, was du vormittags falsch gemacht hast. Ab B1 ist eine Sprachreise mit Abstand die effizienteste Investition, die es beim Italienischlernen gibt.
Wie viele Stunden sinnvoll sind
Zwanzig Einheiten pro Woche sind für die meisten das Maximum, das noch etwas bringt. Nicht weil dreißig zu anstrengend wären, sondern weil die zusätzlichen Stunden von der Zeit abgehen, in der du die Sprache draußen benutzt. Wer von neun bis vierzehn Uhr im Klassenraum sitzt, geht mittags erschöpft nach Hause und redet den Rest des Tages Deutsch mit den anderen Kursteilnehmern.
Sinnvoller als mehr Gruppenstunden sind zwei bis drei Einzelstunden pro Woche zusätzlich (lezioni individuali). Sie kosten meist zwischen 30 und 50 Euro die Stunde und sind der einzige Teil des Programms, in dem du permanent selbst sprichst.
Woran du eine ernsthafte Schule erkennst
Es gibt in Italien keine einheitliche staatliche Zulassung für Sprachschulen, aber ein paar belastbare Signale:
- Ein Prüfungszentrum im Haus. Schulen, die CILS-, CELI- oder PLIDA-Prüfungen abnehmen dürfen, sind von den vergebenden Institutionen geprüft worden. Das ist das härteste Qualitätssignal, das es gibt.
- Gruppengröße schriftlich. Seriöse Schulen nennen eine Höchstzahl, meist zehn bis zwölf. Wer keine nennt, füllt auf.
- Einstufungstest vor Kursbeginn, nicht erst am ersten Morgen. Sonst sitzt du eine halbe Woche im falschen Kurs.
- Die Nationalitätenmischung. Frag direkt nach, wie viele Deutschsprachige in den Kursen sitzen. In manchen Schulen in der Toskana ist die halbe Klasse deutsch — dann sprecht ihr in der Pause Deutsch.
Skeptisch machen sollten dich Pauschalversprechen wie „in zwei Wochen fließend“ und Schulen, die keine Probestunde und keine Stornobedingungen schriftlich angeben.
Gastfamilie oder eigene Wohnung
Die Gastfamilie (famiglia ospitante) ist die Variante mit dem meisten Sprachkontakt und der geringsten Freiheit. Du redest jeden Abend eine Stunde Italienisch, ob du willst oder nicht — und genau darin liegt ihr Wert. Wer sich zutraut, sich abends allein aufzuraffen, kann ein WG-Zimmer nehmen; wer weiß, dass er es nicht tut, sollte in die Familie.
Ein eigenes Apartment ist die teuerste und sprachlich schwächste Option. Es lohnt sich nur, wenn du zu zweit reist oder länger als einen Monat bleibst.
Prüfung ja oder nein
Wer den Kurs mit einem Zertifikat abschließen will, sollte die Schule danach auswählen, welche Prüfung sie abnimmt. Es gibt in Italien vier verbreitete Systeme, und sie sind nicht austauschbar:
- CILS der Universität für Ausländer in Siena — das bekannteste, mit festen Prüfungsterminen im Jahr.
- CELI der Universität für Ausländer in Perugia, ebenfalls an feste Termine gebunden.
- PLIDA der Società Dante Alighieri, mit dem dichtesten Netz an Prüfungszentren im Ausland.
- CERT.IT der Universität Roma Tre, seltener, aber anerkannt.
Alle vier richten sich nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen, alle vier sind für die Einschreibung an italienischen Universitäten und für Aufenthaltsfragen grundsätzlich verwertbar. Entscheidend ist, dass der Prüfungstermin in deine Kurswochen fällt — die Termine liegen fest und lassen sich nicht verschieben. Frag also zuerst nach dem Datum und dann nach dem Kurs, nicht umgekehrt.
Die Frage, die niemand stellt: wann fahren?
Der Reisemonat verändert Preis und Erlebnis stärker als die Schulwahl. Juli und August sind die teuerste Zeit, die Kurse sind am vollsten, und im August ist ein Teil der italienischen Alltagswelt geschlossen — viele Läden und Restaurants machen um Ferragosto herum Betriebsferien. Wer im August in eine leergezogene Stadt fährt, redet mit anderen Ausländern.
Die besten Monate sind April bis Anfang Juni und September bis Oktober: erträgliches Wetter, normale Preise, volle Städte im guten Sinn. Im Winter sind die Kurse am kleinsten, manchmal nur drei oder vier Teilnehmer — sprachlich hervorragend, wenn dir Kälte und kurze Tage nichts ausmachen.
Was bleibt
Rechne für zwei Wochen Kurs mit Unterkunft, Verpflegung und Anreise realistisch mit 1.500 bis 2.000 Euro. Geh nicht unter A2 hin, buch nicht mehr als zwanzig Gruppenstunden, ergänze lieber Einzelunterricht, und wähle eine Stadt, in der du abends nicht in deiner Muttersprache landest. Wenn du vorher noch Grundlagen brauchst: Die kannst du zu Hause aufbauen, dafür musst du nicht nach Italien fliegen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Sprachschule in Italien pro Woche?
Der reine Kurs mit zwanzig Unterrichtseinheiten liegt meist zwischen 180 und 320 Euro pro Woche. Dazu kommen eine einmalige Einschreibegebühr von etwa 50 bis 90 Euro sowie Unterkunft und Verpflegung. Längere Buchungen senken den Wochenpreis deutlich.
Ab welchem Niveau lohnt sich ein Sprachkurs in Italien?
Ab A2 klar, ab B1 sehr. Auf A1 lernst du dieselben Grundlagen wie zu Hause, nur teurer, und draußen verstehst du noch zu wenig, um vom Land zu profitieren. Bau die Grundlagen vorher auf und nutz die Reise für das Sprechen.
Woran erkennt man eine gute italienische Sprachschule?
An einem anerkannten Prüfungszentrum im Haus für CILS, CELI oder PLIDA, an einer schriftlich zugesagten Höchstgruppengröße von zehn bis zwölf und an einem Einstufungstest vor Anreise. Frag außerdem nach dem Anteil deutschsprachiger Teilnehmer.